Aus diesem Grund wird dieser Feiertag auch als der „Gründungstag der Kirche“ bezeichnet. Welche Bedeutung Pfingsten für die Kirche hat, wann es gefeiert wird und auf welchen Ursprung das Fest zurückgeht, erfahren Sie hier.
„Geburtstag der Kirche“
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Nach Weihnachten und Ostern ist es das dritte Hauptfest der Kirche. Gefeiert wird die Sendung des Heiligen Geistes, wie sie in der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes beschrieben ist. Der Heilige Geist erfüllt die Jüngerinnen und Jünger Jesu mit lebendigem Glauben und befähigt sie, diesen auch anderen Menschen zu verkündigen. Die Apostel, allen voran Petrus und Paulus, setzen das in die Tat um. Die christliche Botschaft verbreitet sich im Mittelmeerraum und schließlich um die ganze Welt, immer neue Gemeinden werden gegründet. Daher gilt Pfingsten auch als der „Geburtstag der Kirche“. Durch den Heiligen Geist schließt Gott einen „neuen Bund“ mit den Menschen, so wie er sich einst mit dem Volk Israel durch die Zehn Gebote verbunden hat. Pfingsten bedeutet deshalb für die Christenheit auch Versöhnung und neue Gemeinschaft.
Wann ist Pfingsten?
Pfingsten wird jeweils 50 Tage bzw. sieben Wochen nach Ostern und damit zehn Tage nach Himmelfahrt gefeiert. Das Fest zählt also zu den beweglichen Feiertagen und beschließt die österliche Festzeit. Wie die beiden anderen Hauptfeste der Kirche, Ostern und Weihnachten, wird auch Pfingsten „doppelt“ gefeiert, das Fest dauert zwei Tage lang. Der Pfingstmontag verlängert deutschlandweit die Festzeit und betont die besondere Wichtigkeit von Pfingsten.
Wie wird Pfingsten in der Kirche gefeiert?
Die Traditionen und das Brauchtum, welche die Bedeutung von Pfingsten in den christlichen Kirchen sinnlich erfahrbar machen, knüpfen an das Symbol des Feuers an, da laut dem biblischen Bericht in der Apostelgeschichte der Heilige Geist in Form von Flammenzungen auf die versammelten Jünger*innen herabkam.
In der Pfingstgeschichte ruft der Apostel Petrus die Menschen in Jerusalem dazu auf, sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Die Bedeutung von Pfingsten als Gründungs- oder „Geburtstag der Kirche“ macht es auch zu einem beliebten Tauftermin. Viele der in den letzten Jahren populären Tauffeste finden in der Zeit um Pfingsten statt.
Was steht in der Bibel zu Pfingsten?
Am jüdischen „Wochenfest“ wurde der Offenbarung der Gesetzestafeln am Sinai gedacht (3. Mose 23,15-21). Nach dem Evangelisten Lukas wird diese Offenbarung mit der Ausgießung des Heiligen Geistes überboten und vollendet. Nach der Himmelfahrt Christi wird Gottes Volk von Gottes Geist ergriffen und in der Kraft dieses Geistes neu geschaffen. In den ersten Versen der Apostelgeschichte schildert Lukas das Pfingstwunder als ein dramatisches Ereignis:
„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“ (Apg. 2,1-4)
Menschen „aus allen Völkern unter dem Himmel“ hören sie in der jeweils eigenen Sprache und sind entsetzt und verstört. Einige spotten auch und sagen: „Sie sind voll süßen Weins.“ (Apg. 2,13).
Petrus ergreift das Wort und deutet das Ereignis für die Anwesenden (Apg. 2,14-36) Dabei knüpft er an den alttestamentlichen Propheten Joel an, der vom Ausgießen des Geistes auf alles Fleisch sprach (Joel 3,1-5). Gott habe den gekreuzigten Jesus auferweckt und dadurch „befreit aus den Wehen des Todes“. „Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr seht und hört.“ Petrus ruft die Anwesenden auf, Buße zu tun und sich taufen zu lassen – „so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes“. Etwa dreitausend Menschen kommen laut Bericht dieser Aufforderung nach. „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ (Apg. 2,42)
Was bedeutet das Wort „Pfingsten“?
Warum heißt das Fest Pfingsten, woher kommt das Wort und was bedeutet es? Der Name Pfingsten leitet sich vom altgriechischen „pentecoste“ her, was „fünfzigster Tag“ bedeutet. Er bezeichnet somit die Position des Festes im Kalender, 50 Tage nach Ostern. Bereits die griechisch sprechenden Jüd:innen der Antike nannten ihr Erntefest, das zur selben Zeit gefeiert wurde, „pentekosté“.
Wie ist Pfingsten entstanden und welchen Ursprung hat das Fest?
Wie für das Osterfest gibt es auch für Pfingsten eine Entsprechung im jüdischen Festkalender. 50 Tage nach Pessah wird „Schawuot“ (Wochenfest) gefeiert, das jüdische Erntedankfest. Es erinnert auch an die Gabe der Zehn Gebote und an den Bund Gottes mit seinem Volk Israel. Die christliche Bedeutung des Pfingstfestes hat ihren Ursprung im „Pfingstwunder“, wie es in der Apostelgeschichte des Neues Testaments erzählt wird: Zusammen mit vielen anderen sind auch die Jünger*innen zum „Wochenfest“ in Jerusalem versammelt, als Gottes Geist sich mit einem mächtigen Rauschen und in Form von Feuerzungen auf ihnen niederlässt. Mit Pfingsten endet die 50-tägige österliche Festzeit. Dieser Tag wurde bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. besonders begangen, zusammen mit Himmelfahrt. Seit dem 4. Jahrhundert wird Pfingsten als eigenständiges Fest des Heiligen Geistes gefeiert.
Quelle: Website der EKD.
Weitere Infos: https://www.ekd.de/Pfingsten-10828.htm