Denn die wurde vor genau 70 Jahren gebaut und am ersten Advent 1956 feierlich eingeweiht. Genau zur Jahresmitte führte die Gemeinde im Schatten ihrer Kirche am Sonntag einen bunten Familientag auf und setzte dazu einige nachdenkliche, aber auch viele fröhliche Akzente und Angebote. Das alles kam so gut an, dass der Kirchraum aus allen Nähten platzte und dass noch zusätzliche Bänke hereingeschafft werden mussten.
Der Tag begann mit einem festlichen Familiengottesdienst, in den der Kinderchor der Jakobi-Gemeinde unter der Leitung von Lena Puschmann voller Begeisterung stimmungsvoll einführte. In ihrer Begrüßung mochte Pfarrerin Britta Meyhoff ihre Freude über die Menge der großen und kleinen Gäste nicht verhehlen. Unter ihnen waren auch Superintendent André Ost und Pfarrer Thomas Hüwe von der benachbarten katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer. Ihr herzlicher Gruß galt ebenso einer großen Delegation der freikirchlich-evangelischen Gemeinde „Gute Botschaft“, deren Mitglieder aus Afrika stammen. Sie kommen allwöchentlich aus einem weiten Umkreis bis nach Münster hin, um am Samstagnachmittag ihren Gottesdienst in der Mesumer Samariter-Kirche zu feiern. Daraus entwickelte sich inzwischen eine Freundschaft, wie sich nachhaltig an diesem Sonntag zeigte: Die afrikanischen Gäste bereicherten das Festprogramm, trugen rhythmische Weisen und Lieder aus ihrer Heimat vor und luden zu leckeren Kostproben ihrer fremdländischen Küche ein.
Pfarrerin Britta Meyhoff blickte kurz in die Geschichte zurück, denn es gelte den 70. Geburtstag der Samariter-Kirche zu feiern. Dabei erinnerte sie daran, wie groß Mut und Gottvertrauen bei den Menschen in der kleinen Gemeinschaft damals waren, als jene sich an das schwere Werk des Kirchbaues wagten. In all den Jahren habe die Kirche unendlich viel erlebt wie Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern und sei zu einer Heimat für viele Menschen geworden. Das verdiene Dank und Anerkennung, sei aber zugleich auch eine Herausforderung und Verpflichtung an heute, mit ebenso großer Zuversicht nach vorn zu schauen. Dafür stehe das Thema für Gottesdienst und Feier: „Mit Jesus an Bord Zukunft wagen.“
Es war der Kinderchor, der die fröhlichen und zugleich berührenden Momente und Akzente in der Feier setzte und dafür stehende Ovationen erntete. Die Drei- bis Zwölfjährigen tanzten, sangen und spielten temperamentvoll-unbekümmert auf und steckten mit ihrer Begeisterung schnell zum Mitsingen, Mitmachen und Mitklatschen an. Ein Höhepunkt im Gottesdienst war ihr feinsinniges Singspiel zur Bibelgeschichte mit dem Sturm auf dem See und dem Apostel Petrus, der sich zunächst großspurig aus dem Boot aufs Wasser wagt und den dann der Mut kläglich verlässt, bis Jesus ihn rettet. Die Geschichte biete viele Parallelen zu uns und heute an, so Pfarrerin Meyhoff: „Im Vertrauen auf Gott können wir unsere Zukunft wagen, wenn sie auch noch so stürmisch droht und die Wellen hochschlagen. Die Kirche braucht Menschen, die dieses Vertrauen und diesen Glauben leben.“
Daran knüpften gern als Gäste Superintendent André Ost an, der vor allem „die gute Ökumene vor Ort“ rühmte und der „jungen Jubilarin ein Präsent für die Gemeinschaft“ überreichte. Auch Pfarrer Thomas Hüwe sprach bei seiner Gratulation „das gute Miteinander der Christen in Mesum“ an, das auch in seinem Geschenk zum Ausdruck komme: „Die weiße Anthurie ist ein Symbol für Gastfreundschaft.“ Sein „Flachgeschenk“ leitete er gleich an den Kinderchor weiter, was mit viel zustimmendem Beifall quittiert wurde.
Für herzliche Gastfreundschaft und Feierlaune standen vor und neben der Kirche allerlei Angebote zur Stärkung und viel Gelegenheit zu verbindenden Gesprächen, etwa bei einer großen Kaffeetafel mit leckeren selbstgebackenen Kuchen. Insbesondere die Kinder fanden attraktive Beschäftigungen wie Schminken, Kerzen basteln und Geschicklichkeitsspiele vor. Da das Wetter im Wechsel von viel Sonne und etwas Regen mitspielte, der allenfalls als Segen von oben interpretiert wurde, durfte noch länger gemeinsam gefeiert werden.
Bericht: Franz Greiwe, Münsterländische Volkszeitung.