Vorbereitet und gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Jörg Zweihoff und seinem Team.
Im Mittelpunkt stand ein Wort des Propheten Jesaja: „Seht, ich schaffe Neues, schon sprießt es, erkennt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19). In seiner Predigt schlug Pfarrer Zweihoff den Bogen von diesen mehr als 2500 Jahre alten Worten zum Wandel auf dem Schafberg. Über Jahrzehnte gehörten Kühlturm und Schornstein ganz selbstverständlich zur Silhouette Ibbenbürens. Mit dem Ende des Bergbaus und dem Rückbau des Kraftwerks ist vieles verschwunden, was die Stadt und das Leben zahlreicher Familien über Generationen geprägt hat. Es gehe nicht darum, das Vergangene kleinzureden oder zu vergessen, betonte Zweihoff. Erinnerungen und auch die Trauer über das, was nicht mehr da ist, dürften ihren Platz haben. Gleichzeitig lade der Prophet Jesaja dazu ein, den Blick nicht ausschließlich zurückzurichten: „Guckt nicht so lange zurück, dass ihr verpasst, was direkt neben euch schon anfängt zu wachsen“, fasste er dann den Gedanken in seiner Predigt zusammen. Gerade auf dem Schafberg werde dieser Wandel sichtbar. Wo früher Kohle gefördert und im Kraftwerk Strom erzeugt wurde, entstehen neue Perspektiven und Nutzungen. Aus dem vertrauten Bild ist zunächst eine große, graue Fläche geworden – doch auch dort beginnt bereits Neues. „Kohle geht, Wind kommt“ wurde damit zu einem Bild für Veränderungen, die nicht nur einen Ort, sondern auch das persönliche Leben betreffen können.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Band „Ella & the Gents“. Die Musiker: Carina Kortemeier Gesang & Piano, Manuel Finke Gitarre & Bass, Mario Lammers Percussion und Niklas Berger, Piano, Bass - sorgten mit einem abwechslungsreichen Programm für beste Stimmung. Mal gab es Musik zum Zuhören, mal war die Gemeinde selbst gefragt: Gemeinsam wurden Lieder gesungen und bei bekannten Refrains stimmten die Besucherinnen und Besucher kräftig mit ein. So wurde die Musik zu einem verbindenden Element des Gottesdienstes.
Nach dem Gottesdienst war noch lange nicht Schluss. Bei Pommes und Bratwurst, einem kühlen Getränk und vielen Gesprächen blieben zahlreiche Gäste beisammen und genossen die sommerliche Atmosphäre. So verband der Gottesdienst an diesem besonderen Ort Bergbautradition und Erinnerung mit dem Blick nach vorn – ganz im Sinne des Jesaja-Wortes: Das Alte darf seinen Platz behalten, während zugleich schon Neues wächst.
Bericht: Antje Rößler