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„Kinder und junge Leute ernst zu nehmen, auch wenn ich selbst eine andere Meinung habe, das ist wesentlich für mich“ - Interview zur Verabschiedung von Jugendreferent Udo Schmidt-Albrecht

„Tschüss Udo!“ hieß es am Silvesterabend 2025 in einem festlichen Gottesdienst in der Christuskirche Ibbenbüren. Nach 35 Jahren wurde Jugendreferent Udo Schmidt-Albrecht von der Kirchengemeinde Ibbenbüren, der Region Mitte und dem Kirchenkreis in den Ruhestand verabschiedet.

. Im Rahmen des Gottesdienstes mit Pfarrerin Lena Stubben segnete Superintendent André Ost Udo Schmidt-Albrecht und überbrachte Grüße und Segenswünsche des Kirchenkreises.Viele Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen waren in die Christuskirche und zum anschließenden Empfang gekommen, um sich von ihm zu verabschieden. Seit 1989 war Udo Schmidt- Albrecht im Kirchenkreis Tecklenburg angestellt, mit einer halben Stelle in der Offenen Jugendarbeit und einer weiteren halben Stelle in Ibbenbüren. Anschließend war er in der Region Mitte in Ibbenbüren und Tecklenburg aktiv. Zuletzt war er auch der kreiskirchliche Synodalbeauftragte für die Konfirmandenarbeit. - Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn traf sich zum Interview mit ihm: 

Welche Begegnungen und Ereignisse waren für Sie besonders eindrucksvoll?

Besonders eindrucksvoll ist für mich die Begegnung mit Ehemaligen, die mir erzählen, wie wichtig die Zeit vor mehr als 20 Jahren für sie war. Ich treffe beispielsweise öfter einen jungen Mann, der als Jugendlicher fast täglich in der Offenen Tür im Wichern-Haus war. Er erzählt mir, wie ihn die Zeit in seiner Entwicklung beeinflusst hat. Er hat die Maurerlehre begonnen, konnte jedoch in dem Beruf nicht mehr weiterarbeiten. Heute betreut er auf dem Hof Feldmann in Ledde Menschen mit Handicap und arbeitet zusätzlich als Busfahrer für die Ledder Werkstätten. Ein weiteres Beispiel: In Ibbenbüren boten wir Schulungen von Ehrenamtlichen auf Wangerooge an. Das war ein tolles Projekt. Besonders war daran, dass Ehrenamtliche auch Ehrenamtliche schulten. Das bedeutete immer Teamarbeit. Das Alter der Mitarbeitenden lag zwischen 14 und 18 Jahren. Die Ausbildenden waren 18 Jahre und älter.  Mit den Pfarrer*innnen erlebte ich eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Das hat mir gut gefallen. Viele Eltern der jetzigen Konfis durfte ich auch als Konfis erleben. Sie möchten heute ihren Kindern die eigenen Erlebnisse aus ihrer Jugend vermitteln. Das sind Werte, die sich am Glauben orientieren.

Was nehmen Sie für sich persönlich aus der Zeit mit den jungen Menschen mit? 

Mir geht es darum, in Bewegung zu bleiben. Alle Kinder und jungen Leute ernst zu nehmen, auch wenn ich selbst eine andere Meinung habe. Mit ihnen im Gespräch und Kontakt zu bleiben, das ist für mich wesentlich, das hält frisch. 

Was hat Ihnen besonders viel Freude bereitet? 

Mir hat gefallen, dass auch viele Ehrenamtliche theologische und pädagogische Berufe lernen. - Die Jugendlichen verbringen eine wichtige Entwicklungs- und Lebensphase bei uns in der Jugendarbeit. In der Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen wurden mir keine Steine in den Weg gelegt und in den Gemeinden wurde ich stets mit offenen Armen empfangen. 

Was ist aus Ihrer Sicht für die Jugendarbeit im Kirchenkreis in Zukunft wichtig?

Eine professionelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit dar, Kirche eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen. Eine Zukunft, bei der unsere Werte und die lebendige Gemeinde im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört die Gewinnung und die Begleitung von ehrenamtlichen motivierten jungen Menschen. Hauptamtlichkeit ist nötig, um Prozesse über längere Zeiträume kontinuierlich begleiten zu können und um die Ehrenamtlichkeit zu fördern. Das hat sich in meiner beruflichen Erfahrung immer wieder gezeigt. Ich wünsche mir und uns, dass diese Prozesse nicht abbrechen mögen, gerade in diesen schwierigen Zeiten! 

Haben Sie schon Ideen, was Sie im Ruhestand tun werden? Sicher haben Sie Hobbies, die Sie verstärkt angehen werden.   

Ich unterstütze meine Frau bei der Kindertagespflege im eigenen Haushalt. Zurzeit betreut sie tagsüber drei Kinder. Außerdem fahre ich gerne Rad. Eine Tour an die Ostsee oder alternativ nach Potsdam ist in Planung.  Wir haben vier erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. Da ist sicherlich hin und wieder unsere Unterstützung notwendig. Kinder haben immer eine wichtige Rolle für mich und meine Frau gespielt. Deswegen hat mir die Arbeit in der Gemeinde Tecklenburg, besonders mit den 9-jährigen Konfi 3- Kindern, gut gefallen. 

   

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