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Sommerferien-Gottesdienst mit Verabschiedung von Pfarrerin Andrea Klausmann im Garten des Klinikums Ibbenbüren

Bei stürmischem Wetter fand am 30. August der ökumenische Gottesdienst zur Verabschiedung und Entpflichtung von Krankenhausseelsorgerin Andrea Klausmann im Garten des Klinikums Ibbenbüren statt. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Bettina Leithäuser (Gesang) und Michael Kimmel (E-Piano) gestaltet.

„Ich freue mich, dass Sie sich heute die Zeit nehmen, an diesem Gottesdienst teilzunehmen“, begrüßte Andrea Klausmann die 130 Gäste. Das Thema des Gottesdienstes heiße „Leben in Fülle“. „Herzlich Willkommen und Tschüss“, brachte Thomas Jakob, ihr Kollege aus dem katholischen Seelsorge-Team im Klinikum, es auf den Punkt. „In der Klinik begegnet uns tagtäglich die Fülle des Lebens, beeinträchtigt durch Krankheiten“, berichtete Thomas Jakob. Dabei sei es nicht wichtig gewesen, wer als Seelsorger oder Seelsorgerin da gewesen sei, sondern ob jemand ansprechbar war. „Es kommt darauf an, dass Gott da ist. Das ist entscheidend“, so Andrea Klausmann. Dazu passte der moderne Psalm des Kirchenkabarettisten Hanns Dieter Hüsch „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“, der von einer Abendmahlshelferin vorgetragen wurde. 

„In diesem Gottesdienst verabschieden wir Andrea Klausmann aus ihrem Dienst als Pfarrerin in der kreiskirchlichen Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge am Standort Ibbenbüren. Ihre neue Aufgabe wird eine landeskirchliche Pfarrstelle für Seelsorge in Forensik und Psychiatrie an der LWL-Klinik in Münster sein“, so Superintendent André Ost. „Wir danken Gott für ihr Wirken hier am Ibbenbürener Klinikstandort der Mathias-Stiftung, für alle Mitarbeit auf kreiskirchlicher und kirchengemeindlicher Ebene, in der Synode, in den Ausschüssen, im Seelsorgekonvent und als evangelische Ansprechpartnerin für das Hospiz in Ibbenbüren.“ Während der Entpflichtung sprachen Pfarrer Jörg Zweihoff, Heinz Jakob Thyßen (Mitglied des KSV), Michael Osterfeld (Geriater der Mathias-Stiftung), Anja Franke (Leiterin Seelsorge bei der Evangelischen Kirche von Westfalen), Pfarrerin Monika Altekrüger, Rita Schulte (kath. Ehrenamtliche) und Doris Haferkorn (ev. Ehrenamtliche) Segensvoten für Andrea Klausmann. 

„Wir nehmen nicht gern Abschied von einer Pfarrerin, die in ihren sechs Dienstjahren viel Gutes bewirkt hat“, betonte André Ost in seiner Ansprache. „Wir hatten eigentlich wechselseitig nicht vor, das Dienstverhältnis wieder zu beenden. Aber die Umstände haben es mit sich gebracht.“ Andrea Klausmann trat im Mai 2020 ihren Dienst an, nachdem zuvor Pfarrer Jürgen Nass 25 Jahre lang in der Pfarrstelle gewirkt hatte. Ihr Dienstbeginn verband sich mit den Herausforderungen der Coronazeit. „Sie haben sich schnell hineingefunden in die neue Aufgabe und ihr Umfeld - sowohl im Klinikum als auch in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis“, so der Superintendent weiter. Andrea Klausmann sei in den letzten Jahren Hauptansprechperson für die übergemeindliche Seelsorge im Kirchenkreis gewesen. „Mit Ihnen haben wir zweifellos seelsorgliche Kompetenz hinzugewonnen.“ Davon habe der gesamte Kirchenkreis profitiert, unterstrich Ost. Auch mit der katholischen Seelsorge am Klinikum Ibbenbüren habe es eine gute Zusammenarbeit gegeben und ein großes Vertrauen. Von Trägerseite habe sich das Seelsorgekonzept inzwischen gewandelt. Es gebe jetzt ein standortübergreifendes ökumenisches Seelsorgeteam unter einer hauptamtlichen Leitung. Es müsse ehrlicherweise gesagt werden, dass dies auch zu Belastungen und Konflikten geführt habe, berichtete André Ost. Bezüglich der Frage der Wiederbesetzung der Stelle könne es derzeit leider kein klares Signal seitens des Kirchenkreises geben. Doch gelte es weiterhin, die Aufgabe der Krankenseelsorge, die als eines der sechs Werke der Barmherzigkeit gilt, im Blick zu halten. In der Sorge um den Menschen begegne uns immer auch Gott. „Seelsorge zu leisten wird mit oder ohne wiederbesetzte Krankenhauspfarrstelle weiterhin unsere Aufgabe sein“, so André Ost. Dies könne aus dem Pfarramt, genauso aber auch durch geschultes Ehrenamt oder durch andere kirchliche Berufsgruppen geschehen.         

Das Evangelium des Sonntags handelt von der Heilung des Blinden Bartimäus bei Jericho (Markus 10, 46-52). Ihre Predigt zum Thema „Leben in Fülle“ eröffnete Andrea Klausmann mit der Aufgabe, dass jeder/jede Gottesdienstbesucher/in sich mit dem Sitznachbarn darüber austauschen solle, was sein/ihr Leben reich mache oder was das Leben erfülle. „Der Bettler Bartimäus hat versucht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nicht als Bettler, sondern als Individuum. Er war mutig genug, zu schreien.“ Er habe alles aufgegeben für die Begegnung mit Jesus, so die Krankenhausseelsorgerin. Heute, in unserer Gesellschaft, gehe es vorwiegend um das gegenseitige Vergleichen. Gott habe hingegen von Anfang an nach den Menschen gesucht. „Wie erfüllend ist es, wenn man solche Aufmerksamkeit geschenkt bekommt. Das ist kostbar“, unterstrich sie. Im Kontakt mit den Patienten im Klinikum habe sie erlebt, wie wichtig es für diese Menschen sei, wenn sich jemand für sie interessiert. „Lassen Sie uns das gemeinsam tun, damit geben wir Gottes Frieden weiter“, so ihr Appell an die Gottesdienstbesucher.

Dankbarkeit für die gute gemeinsame Zeit übermittelte Bettina Leithäuser mit einem selbstgetexteten Lied, das sie gemeinsam mit Michael Kimmel vortrug. Darin heißt es: „Gott hat uns zugesagt, er wird Dich begleiten“. Im anschließenden Fürbittengebet kamen der Dank für die Menschen, die anderen helfen, zum Ausdruck und die Bitte um den Frieden in der Welt. 

„Heute ist ein trauriger Anlass“, so Gemeindepfarrerin Lena Stubben. „Danke für alles, was Du, Andrea, für uns als Gemeinde getan hast. Alles Gute für deinen neuen Weg.“ In weiteren Grußworten von Anja Franke (EKvW), Pastoralreferent Thomas Jakob, Pfarrer Dr. Dirk Klute für den kreiskirchlichen Seelsorgekonvent, Pfarrer Dr. Marcel Freitag für den Krankenhaus-Seelsorgekonvent der EKvW und Andrea Rothoff (St. Mauritius-Gemeinde Ibbenbüren) klang viel Wertschätzung und Dankbarkeit für das Engagement von Andrea Klausmann an. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch viel Gelegenheit zum Austausch bei einem reichhaltigen Grillbuffet im benachbarten Gemeindehaus „Blick.punkt“ der Kirchengemeinde Ibbenbüren. 

Bericht: Christine Fernkorn

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