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Im Miteinander das Leben und die Liebe Gottes entdecken – Gottesdienst zum 40-jährigen Jubiläum der Arche-Gemeinschaft Tecklenburg

Viel Grund zur Freude und Dankbarkeit kam im Gottesdienst anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der ökumenischen Lebensgemeinschaft Arche Tecklenburg an der Apfelallee zum Ausdruck. Sie klang auch in den Liedern an.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von Bewohnerinnen und Bewohnern unter Leitung von Gertrud Nicola sowie Andreas Guttmann (Saxofon) und Alex Lück (Gitarre) von der Musikschule Tecklenburger Land gestaltet. 

Seit 1986 befindet sich die Lebensgemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderung, die auf der Idee des französischen Gründers der weltweiten Arche-Bewegung, Jean Vanier, beruht, am Standort in der Apfelallee 23 in Tecklenburg. In den vier Jahrzehnten hat sich die Arche sichtbar erweitert. Zwei weitere Häuser befinden sich heute am Bodelschwinghweg und am Hofbauers Kamp in Tecklenburg. Zudem wurde im vergangenen Jahr durch den Bau von Wohnungen am Stammsitz der Apfelallee ein weiteres Standbein eröffnet.  

„Ich freue mich, heute bei schönstem Sommerwetter mit so vielen Menschen das 40-jährige Jubiläum der Arche Tecklenburg feiern zu können“, begrüßte Superintendent André Ost die vielen Gäste im Festzelt. Bei der Gründungsveranstaltung der Arche im Jahr 1986 habe Pfarrer Knebel aus Ibbenbüren am selben Ort seinerzeit gesagt: „Unsere Verlegenheiten sind Gottes Gelegenheiten.“ Die Arche habe ein Haus gesucht, der Diakonieverein konnte damals helfen. André Ost berichtete von der achttägigen Spendenwanderung von Borken nach Tecklenburg, die die Arche jetzt organisiert hatte und die am Tag zuvor mit einem Gottesdienst zuende gegangen war. „Wir haben allen Grund, Gott für 40 Jahre Arche Tecklenburg zu danken“, so der Superintendent. Diese Dankbarkeit drückte die Gottesdienstgemeinde mit dem gemeinsam gesprochenen Psalm 23 aus. Im anschließenden Dankgebet hieß es: „Wir sind dankbar für die Beziehungen, die Verbundenheit und die gelebte Gemeinschaft. Gott gehe mit uns in die Zukunft.“ Vorstandsmitglied Dr. Alois Thomes hielt die Lesung aus Johannes 10, 7-11 (Gleichnis vom Guten Hirten). 

„Wir sind alle sehr unterschiedlich“, betonte Diakon Justus Könemann (St. Clemens-Gemeinde Oberhausen-Sterkrade im Bistum Essen) in seiner Predigt. Einige Bewohner der Arche kommen aus dem Ausland, einige sind Christen, andere glauben an das Gute im Menschen. „Diese Gemeinschaft hat die Spielarten des Lebens in ihren Höhen und Tiefen gesehen.“ Jesus habe seinen Freunden zugesagt, die Tür zur Wahrheit und zur Fülle des Lebens zu sein. „Alle Menschen können die Tür für andere sein.“ Es gehe darum, gemeinsam das Leben mit all seinen Seiten und die Liebe zu entdecken, so sein Fazit. In der gemeinsamen Fürbitte mit Ingeborg von Müller und vielen Bewohnern dankten die Beteiligten allen Wegbegleitern, die sich in der Arbeit der Arche eingebracht haben und baten für das Zusammenwachsen mit der neuen Hausgemeinschaft Arche Nova. Abschließend dankte Gemeinschaftsleiter André Slaar allen Mitwirkenden. „Ich freue mich über diesen Tag. Wir arbeiten auf den 80. Geburtstag hin“, ergänzte Alexander Fenker, der 1. Vorsitzende der Arche-Gemeinschaft Tecklenburg. Er mache sich keine Sorgen um die Zukunft. 

Anschaulich übermittelte die erste Gemeinschaftsleitung der Arche Tecklenburg, Ulrike Dürrbeck, zusammen mit Bewohner Jonathan John ihre Grüße. In der Phase der Gründung habe sie Angst vor dem Projekt gehabt. Doch als sich ein Regenborgen über dem Haus zeigte, sei ihr klar geworden: hier werde ich gebraucht. Der Regenbogen sei ein Zeichen der Freiheit. Auch Corinna Sandersfeld und Christof Nolthammer von der Arche Deutschland überbrachten Glückwünsche. Ihr Wunsch: „Vergesst nicht die weltweite Gemeinschaft. Behaltet die Weitsicht und die Offenheit!“ 

Die Wandergruppe unter Leitung von Andreas Lubahn brachte zum Jubiläum ein Vogelhaus mit. „Jeder Wanderer hat eine Schindel eingesetzt. Das Haus soll 200 Jahre halten“, meinte er schmunzelnd. Bürgermeister Stefan Streit übermittelte Glückwünsche der Stadt Tecklenburg. Die Stadt und die Arche Deutschland schenken der Tecklenburger Gemeinschaft zum Jubiläum zwei Hinweisschilder. „Wir wollen sichtbarer werden und freuen uns darüber“, so André Slaar. Viel Gelegenheit zum Austausch gab es anschließend im Festzelt bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Das Jubiläumsfest endete mit dem gemeinsamen Abendgebet und einem Luftballon-Wettbewerb.  

Bericht: Christine Fernkorn

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