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Ihr Engagement war groß und hat die Gemeinde geprägt - Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Sigrid Holtgrave in der Stadtkirche Lengerich

Eine voll besetzte Kirche und stehende Ovationen belegten am 1. November im Gottesdienst zur Verabschiedung und Entpflichtung von Pfarrerin Sigrid Holtgrave, wie beliebt sie in der Kirchengemeinde Lengerich war und dass der Abschied nicht leichtfällt.

Mit dem Wort aus der Offenbarung, „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“, eröffnete die Presbyteriumsvorsitzende Pfarrerin Silke Häger den Gottesdienst. „In allen Veränderungen gilt dieses Bibelwort für uns“, betonte sie. Unter Begleitung von Kantorin Rebekka Follert am Klavier sangen die Kinder der drei Kindergärten, für die Sigrid Holtgrave zuständig war, den Kanon „Lasst uns miteinander singen, loben, preisen den Herrn“. Die Kindergärten dankten ihr für die gute Zusammenarbeit mit einem Apfelbaum und selbstgebastelten Äpfeln der Kinder mit guten Wünschen zum Ruhestand. Dass die Stadtkirche eine Kirche der Musik ist (so Sigrid Holtgrave), wurde in der musikalischen Begleitung des Posaunenchors unter Leitung von Rebekka Follert (Klavier und Orgel), dem Akkordeonspiel von Ilse Saatkamp und dem Gesang der Kindergartenkinder deutlich. 

„Jetzt feiern wir Gottesdienst und viele große und kleine Menschen sind gekommen“, äußerte Sigrid Holtgrave gerührt. Sie sei an diesem besonderen Tag etwas „out of order“. Das Wort Jesajas an das Volk Israel stand im Mittelpunkt ihrer Predigt: „Die auf den Herrn hoffen, schöpfen neue Kraft, sie heben die Schwingen empor wie Adler. Sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und werden nicht müde“ (Jes. 40,31). „Wir leben in einer Zeit der vielen Krisen, Kriege und Unsicherheiten“, so Sigrid Holtgrave. Viele würden denken: „Die Welt ist schlecht und ich kann nichts tun“. Der Prophet Jesaja wechsle den Blickwinkel und weise auf die Kraft und Stärke Gottes hin. Sein Anliegen sei unsere Zukunft. „Ich freue mich, dass ich in Lengerich etwas bewirken konnte“, sagte sie. Gleichzeitig bedankte sie sich bei ihrer Familie und der Gemeinde. „In Lengerich habe ich viele tolle Menschen getroffen“, ist sie sich sicher. Es sei eine gute Zeit gewesen. Die Kirchengemeinde Lengerich habe Zukunft, wenn sie sich weiter für die Menschen einsetze. 

„Sigrid Holtgrave war über 17,5 Jahre zweifellos ein großer Aktivposten in dieser Gemeinde“, betonte Superintendent André Ost in seiner Ansprache. Sie sei sehr präsent und einsatzfreudig gewesen, interessiert an Menschen und Begegnungen. Er habe sie immer in Bewegung und mit einem großen Kräftehaushalt erlebt. Als sie im Mai 2009 nach Lengerich gekommen sei, habe sie bereits viel Erfahrung im Pfarrdienst mitgebracht. 21 Jahre war sie zuvor schon Pfarrerin in Westerkappeln gewesen. „Der Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit hat für die Gemeinde viele Früchte getragen durch den Kontakt zu den Kindergärten und Schulen, die Konfirmandenarbeit und das Angebot von Kinderbibeltagen und -wochen. Dadurch sind viele Familien mit der Gemeinde in Kontakt gekommen“, berichtete der Superintendent. In den Entwicklungen der letzten Jahre sei Sigrid Holtgrave ein Kontinuum gewesen. „Sie hat das Schiff der Gemeinde verantwortlich und verlässlich gesteuert“, lobte Ost. So habe sie beispielsweise den Prozess des Neubaus des Gemeindehauses mit dem Presbyterium umgesetzt. Im Kirchenkreis engagierte sie sich in verschiedenen Ausschüssen und war als Synodalbeauftragte für das Gustav-Adolf-Werk eine Brückenbauerin in die internationale evangelische Welt. Im Rahmen der Entpflichtung sprachen Mitglieder des Presbyteriums, der Kindergärten in Lengerich, Betreuerinnen der Kinderbibelwoche und des CVJM Lengerich Segensworte zu.

„Du hast die Kirchengemeinde mit deiner fröhlichen Art bereichert“, betonte Pfarrerin Silke Häger in ihrem Grußwort für die Gemeinde. Sigrid Holtgrave habe das Motto der Gemeindekonzeption „Hier hast du Raum – Komm!“ gelebt und immer ein offenes Ohr für Menschen gehabt. Zum Abschied schenkte sie ihr ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Eine Kollegin wie diese trifft man nicht jeden Tag“. Auch Presbyter Eckhard Vietmeier drückte seine Dankbarkeit aus und schenkte im Namen des Presbyteriums eine Gartenbank für den Ruhestand. Pastoralreferentin Caroline Witte überbrachte Dank und Segenswünsche vom Seelsorgeteam der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen. „Sie haben das Leben in der Stadt geprägt und hinterlassen Spuren“, betonte Bürgermeister Björn Schilling. Die Kinder- und Jugendarbeit, die Kirchenmusik und die Gemeinschaft würden in der Gesellschaft dringend gebraucht. Weitere Dankesworte und gute Wünsche für den Ruhestand überbrachten Marcel Kuffner für die Mitarbeitendenvertretung, Sabine Haßmann für den CVJM Lengerich und Leiterin Gabriele Panten für die Lengericher Kindertagesstätten. Grüße zum Abschied kamen sogar aus dem fernen Namibia von Pfarrerin i.R. Elizabeth von Froncois, die fünf Jahre mit ihrer Familie in Lengerich gelebt hat. Auch das Team der Betreuerinnen der Kinderbibelwochen dankte Sigrid Holtgrave: „Wir hatten viel Spaß und du hast immer dafür gesorgt, dass es allen gut geht.“ Jutta Groppe vom Gemeindebeirat berichtete von den vielen Gruppen und Aktivitäten, in die Sigrid Holtgrave eingebunden war: „Auch wenn wir mal nicht einer Meinung waren, ist doch immer alles gutgegangen. Du wirst eine Lücke hinterlassen“, ist sie sich sicher. 

Im Anschluss an den fast zweistündigen Gottesdienst hatten die Gemeinde und die vielen anwesenden Kollegen und Freunde noch ausgiebig Gelegenheit, beim Empfang im Gemeindehaus Abschied von Sigrid Holtgrave zu nehmen und Grüße zum Ruhestand zu übermitteln. 

Bericht: Christine Fernkorn

 

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