Unsere aktuellen Nachrichten auf einen Blick

„Ich will Kirche nicht nur denken, sondern auch leben – in der Nachbarschaft, im Alltag im Team“- Interview mit Katharina Schöttler

Katharina Schöttler hat am 1. Januar 2026 die erste gemeindepädagogische IPT-Stelle im Kirchenkreis Tecklenburg angetreten. Am 11. Januar wurde sie im Rahmen eines Gottesdienstes in der Stadtkirche Westerkappeln von Superintendent André Ost in ihr Amt eingeführt.

Sie studierte BA Sozial & Organisationspädagogik an der Stiftungsuniversität Hildesheim und schloss das Studium 2019 ab. Verschiedenen Tätigkeiten als Pädagogische Fachkraft in einer Gemeinde, dem CVJM Iserlohn, dem Verein „LebensWert Iserlohn“ und dem Ev. Jugendreferat im Kirchenkreis Iserlohn schlossen sich an. Von Januar 2024 bis Dezember 2025 war die 28-jährige als geschäftsführende Leitung des „Checkpoints Iserlohn“ im Kirchenkreis Iserlohn tätig. Der Checkpoint umfasst unter anderem ein Jugendcafé, ein Sozialzentrum, einen Sozialen Coworking Space „Frohet Schaffen“ und einen Bereich Quartiersentwicklung & Management „Frohet Viertel“. Daneben war Katharina Schöttler Erste Vorsitzende des Stadtjugendrings Iserlohn.  Zurzeit absolviert sie eine Weiterbildung zur Diakonin in der Bodelschwinghsche Stiftungen in Bielefeld-Bethel. Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn führte ein Interview mit ihr:    

Willkommen im Kirchenkreis Tecklenburg! Als Gemeindepädagogin sind Sie in der Region Mitte Nordost tätig. Was wird dort Ihr Schwerpunkt sein?

Erst einmal Hallo. Mein Schwerpunkt liegt auf Konfi- und Jugendarbeit in der Nachbarschaft. Mir geht es darum, Kirche dort erlebbar zu machen, wo junge Menschen leben, lernen und sich begegnen. Ich möchte Räume schaffen, in denen sie Glauben erfahren, ihre Fragen stellen und sich selbst einbringen können. Gleichzeitig will ich die Gemeinden weiter vernetzen, Ehrenamtliche stärken und Angebote entwickeln, die relevant sind. Kirche ist für mich ein lebendiger Organismus, der sich mit den Menschen und gesellschaftlichen Veränderungen weiterentwickelt. Diesen Wandel nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten, ist für mich ein Herzensanliegen und wird in meinen Schwerpunkt mit einfließen. 

Sind Sie in allen Gemeinden der Region tätig (Westerkappeln, Wersen, Wersen-Büren, Lotte und Tecklenburg)?

Ja, ich bin in allen Gemeinden präsent, aber es geht nicht darum, überall das Gleiche zu machen. Jede Gemeinde hat ihre eigene Geschichte, ihre Menschen und ihre Bedarfe. Mein Ziel ist es, Angebote zu entwickeln, die vor Ort passen – lebendig, kreativ und partizipativ. Die aber nicht nur in Uniformität, sondern durch Verbundenheit.

Sie waren geschäftsführende Leiterin des „Checkpoints Iserlohn“ im Ev. Kirchenkreis Iserlohn. Darüber hinaus kennen Sie als Presbyterin auch die Perspektive einer Ehrenamtlichen. Ihr Stellenwechsel ist mit einem Umzug verbunden. Was war Ihre Intention, sich auf diese Stelle zu bewerben?

Meine letzte Stelle hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, dass Kirche nicht nur professionell organisiert, sondern auch geistlich lebendig bleibt. Ich wollte hin in ein Arbeitsfeld, in dem Glaube, pädagogische Arbeit und diakonisches Handeln ganz selbstverständlich miteinander verwoben sind. Die Diakoninnenstelle ermöglicht genau das: nah dran an Menschen, nah dran an Lebensfragen, nah dran an einer Kirche, die sich verändert – und die genau jetzt mutige glaubwürdige Gestalter*innen braucht. Mich reizt die Möglichkeit, nicht nur zu verwalten, sondern aktiv mitzugestalten: mit Ideen, mit Haltung, mit Herz. Ich will Kirche nicht nur denken, sondern auch leben – in der Nachbarschaft, im Alltag im Team. Und dafür ist diese Diakoninnenstelle der richtige Ort für mich.  

Worauf freuen Sie sich im Blick auf Ihre neue Stelle?

Ich freue mich darauf, die Menschen hier kennenzulernen, mit ihnen gemeinsam Projekte zu entwickeln, die begeistern und relevant sind. Besonders spannend finde ich, Konfirmandenarbeit regional und innovativ zu gestalten, partizipativ und lebensnah. Ich möchte Netzwerke zwischen Gemeinden, Vereinen und sozialen Einrichtungen stärken und Kirche als Ort der Begegnung und Lebensbegleitung weiter erfahrbar machen. Veränderung sehe ich nicht als Bedrohung, sondern als Chance – eine Chance, Kirche nah bei den Menschen zu gestalten.

In Ihrer Bewerbung schreiben Sie „Kirche neu denken, im Team, mitten im Leben der Menschen, genau das begeistert mich an der ausgeschriebenen Stelle“. Was muss Kirche aus Ihrer Sicht tun, um stärker ins Gespräch mit jungen Menschen zu kommen? 

Kirche muss zuhören, präsent sein und Räume schaffen, in denen (junge) Menschen selbst Erfahrungen machen können. Wir müssen ihre Erfahrungen ernst nehmen, wirkliche Beteiligung ermöglichen und Formate entwickeln, die relevant sind. Und Relevanz entsteht hier nicht durch Lautstärke, sondern durch Glaubwürdigkeit. Denn junge Menschen spüren sehr schnell, ob es um sie geht, oder um die Institution. Und sie wollen auch nicht „bespielt“ werden – sie wollen ernst genommen, beteiligt und inspiriert werden. Gleichzeitig muss Kirche kritisch mit sich selbst umgehen: Welche Rituale, Strukturen oder Hierarchien stehen dem im Weg? Kirche ist für mich kein Rückzugsort, sondern ein wanderndes Gottesvolk: immer unterwegs, nie fertig, geprägt von Veränderung und Suche nach Wegen, wie das Evangelium heute Gestalt gewinnen kann. Ich verstehe Kirche nicht als Parallelwelt, sondern als aktiven Teil der Gesellschaft. Und wünsche mir eine Kirche, die sich vom Denken in Gebäuden und Verwaltungslogik befreit hat – und wieder stärker vom Evangelium ausgehend handelt: Wo sind die Menschen? Was brauchen sie? Und was können wir beitragen? Ich möchte eine Kirche vorleben, die beweglicher ist, die zuhören kann, und die mutig experimentiert. Und das wünsche ich mir auch von Kirche als Institution für die jungen Menschen. 

Sind Sie verheiratet?

Ja, ich bin verheiratet mit meinem ganz wunderbaren Mann Aaron. Er ist Sport- und Politikwissenschaftler und hat zum 1. Januar in Bissendorf bei der Firma Rescoff als Dozent für Höhenrettung angefangen. Begleitet werden wir von unserer zwei Jahre alten Mischlingshündin Esra – die gehört einfach dazu. 

Welche Hobbies haben Sie? 

Ich lese gern, klettere, arbeite an kreativen Holzprojekten und spiele Brettspiele. Alles, was Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen ermöglicht, fasziniert mich. 

Übrigens: Wer mit mir Kontakt aufnehmen möchte, erreicht mich unter: katharina.schoettler@ekvw.de oder per Handy: 0157/56866833. 

Zurück
Erstellungsdatum: 13.01.2026