Bereits am 10. Mai hatte sie sich der Gemeinde in einem Gottesdienst vorgestellt und im Lauf der Woche eine Gruppenstunde der Frauenhilfe geleitet. „Wir freuen uns sehr, dass Vera Gronemann ihren Dienst bei uns in Ibbenbüren aufnehmen wird. Ihr und Ihrer Familie ein herzliches Willkommen“ schreibt die Gemeinde im Instagram-Account. Vera Gronemann ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von zwei und fünf Jahren. Zur Familie gehören zwei Hunde. Am 4. Oktober wird sie im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Christuskirche Ibbenbüren von Superintendent André Ost in ihren Dienst als Gemeindepfarrerin eingeführt. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr. Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn führte ein Interview mit der 40-jährigen Pfarrerin:
Liebe Vera, wie schön, Dich in unserem Kirchenkreis wiederzutreffen. Wir kennen uns ja noch aus der Zeit, in der du von 2015 – 2018 Pfarrerin in der Kirchengemeinde Westerkappeln und Frauenbeauftragte des Kirchenkreises warst. Herzlich Willkommen im Kirchenkreis Tecklenburg! Wann bist Du mit Deiner Familie nach Ibbenbüren gezogen?
Wir sind Ende August nach Ibbenbüren gezogen und hatten zum Glück Zeit, gut anzukommen. Nun sind die Kinder in ihren Kitas eingewöhnt und wir haben uns langsam in unseren neuen Alltag eingefunden. Jetzt bin ich bereit, zum 1. Oktober richtig zu starten.
Was war Deine Intention, Dich nach der Tätigkeit in Hiddenhausen und den fünf Jahren in Hamm auf die Pfarrstelle in Ibbenbüren zu bewerben?
Ich habe mich damals im Kirchenkreis Tecklenburg schon sehr wohl hier gefühlt und wäre gerne dageblieben. Doch damals hat sich das nicht ergeben. Jetzt haben sich die Dinge gut gefügt, denn für uns als Familie war jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Neubeginn gekommen, bevor unser größter Sohn eingeschult wird. Die Möglichkeit, Pfarrerin in Ibbenbüren zu sein, hat mich total angesprochen, weil es mir hier sehr gut gefällt und weil die Gemeinde sehr bunt und lebendig ist. Dazu kommt, dass ich familiäre Wurzeln in der Gegend habe. Mein Vater ist in Ibbenbüren aufgewachsen, meine Mutter ist gebürtig aus Hopsten. Dementsprechend ist mir die Region von Kindheit an vertraut. Das war jetzt einfach eine Herzensentscheidung.
Welche Eindrücke hattest Du nach den ersten Kontakten zum Pfarrteam und der Gemeinde in Ibbenbüren?
Ich habe einen sehr positiven Eindruck vom Pfarrteam und der Gemeinde. Auf die Gemeinde bin ich ja schon im Rahmen meines Probegottesdienstes im Mai gestoßen. Und auch die Frauenhilfsstunde, die ich vor der Wahl im Matthäusheim gestaltet habe: das waren beides für mich absolut schöne Erlebnisse. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Alle waren sehr offen und herzlich. Das hat mir Lust auf mehr gemacht. Mit dem Pfarrteam ist es genauso. Ich habe mich in den letzten Wochen schon viel ausgetauscht im Blick auf meinen Dienstbeginn. Wir haben auch schon gemeinsam viele Dinge für das nächste Jahr geplant. Ich freue mich, dass ich jetzt dazugehöre und mit dem Team so vieles gestalten darf.
Auf was freust Du Dich besonders, wenn Du im Oktober 2026 Deinen Dienst antrittst?
Ich freue mich wirklich auf die ganze Fülle des Gemeindelebens. Auf ganz viele Menschen, darauf, alles neu kennenzulernen, auf die Gottesdienste und auf den Kontakt zu den Konfis.
Kirche ist im Umbruch. Vieles muss vor dem Hintergrund der Kirchenaustrittszahlen und der wegbrechenden Finanzen neu strukturiert werden. Was sollte aus Deiner Sicht in dieser Phase besonders in den Blick genommen werden?
Ich finde wichtig, dass wir nicht immer nur auf den Mangel schauen und wahrnehmen, was bricht alles weg, was trägt nicht mehr. Ich glaube, wir müssen uns fragen, wie können wir im Tecklenburger Land und Münsterland in Zukunft evangelische Kirche sein?
Veränderung gehört für mich ganz selbstverständlich zu unserer evangelischen DNA. Wir sollten keine Angst davor haben, Neues auszuprobieren. Darum möchte ich den Umbruch als Chance begreifen und gerne gemeinsam mit den Menschen schauen: Was können wir besonders gut? Was können wir als Kirche den Menschen anbieten? Welche Prioritäten möchten wir in Zukunft setzen? Das sollte meiner Meinung nach besonders in den Blick genommen werden. Davon ausgehend muss dann natürlich überlegt werden, in welcher Form setzen wir das um und wie setzen wir die finanziellen Mittel dafür ein.
Die gesellschaftlichen Krisen machen den Menschen Angst. Wie kann Kirche da noch näher bei den Menschen sein?
Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass wir als Kirche viele Kontaktflächen schaffen. Möglichst niedrigschwellig, und zwar an ganz unterschiedlichen Orten, vielleicht auch gerade da, wo man uns nicht unbedingt erwarten würde, aber auch an unseren kirchlichen Orten. Außerdem ist es wichtig, dass wir dahin gehen, wo die Menschen sind: in Kitas, Seniorenheime, Vereine, Schulen oder zu gesellschaftlichen Events. Wir sollten möglichst vielfältig unterwegs sein. Es geht darum, die Sorgen der Menschen nicht kleinzureden, sondern zuzuhören und da zu sein. Seelsorge ist für mich da ein wichtiges Stichwort.