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„Haltet an Gottes Botschaft fest!“ - Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Angelika Oberbeckmann in der Stadtkirche Westerkappeln

Einen bewegenden Gottesdienst zur Verabschiedung und Entpflichtung von Pfarrerin Angelika Oberbeckmann erlebten die Gottesdienstbesucher am Sonntag, 30. August 2026, in der vollbesetzten Stadtkirche in Westerkappeln. Eröffnet wurde der Gottesdienst mit einem festlichen Orgelspiel mit dem neuen C-Kantor der Gemeinde, Sierd Quarré. Er ist seit dem 1. August im Dienst, doch dieser Gottesdienst war seine Premiere, die er eindrücklich gestaltete.

„Heute ist ein besonders trauriger Tag für unsere Gemeinde“, eröffnete Pfarrer Olaf Maeder den Gottesdienst. „Wir verabschieden uns von Angelika Oberbeckmann, die 16,5 Jahre bei uns gewirkt hat.“ Sie werde schon ab dem 1. September ihren Dienst in der Kurseelsorge und Kirchengemeinde Badenweiler (Badische Landeskirche) antreten. „Du wirst uns fehlen, wir danken Dir für das, was du für unsere Gemeinde getan hast“, betonte er. Viele fröhliche Lieder wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ oder „Alle Knospen springen auf“ motivierten die Gemeinde zum Mitsingen. Eine Brücke zur Predigt schlug die gemeinsame Lesung des Psalms 119, der zum Leben nach Gottes Wort aufruft. In ihrer Predigt stellte Angelika Oberbeckmann das Gleichnis vom Wachsen der Saat (Markus, 4, 26-29) in den Mittelpunkt. Auch anlässlich ihrer Antrittspredigt am 7.2.2010 hatte sie darüber gepredigt. Am Beispiel des Kinderbuchs „Kasimir pflanzt weiße Bohnen“ machte sie deutlich, dass Wachsen Geduld erfordere. Jesus habe gesagt, dass es genauso mit dem Reich Gottes sei: wir säen, wir üben und warten. „Eines Tages geht die Saat auf. Alle Knospen werden aufspringen, das Himmelreich ist da. Das ist Gottes Shalom“, so Angelika Oberbeckmann. „Haltet an Gottes Botschaft fest. Seid gastfreundlich, geduldig, mutig, getröstet und dankbar“, gab sie ihrer Gemeinde mit auf den Weg. 

Im Rahmen der Entpflichtung durch Superintendent André Ost sprachen Presbyterin Carina Bittner und Olaf Maeder Angelika Oberbeckmann Segensworte zu. In seiner Ansprache machte André Ost deutlich, dass sich die Dinge in der Kirchengemeinde Westerkappeln und der Nachbarschaftsregion der umliegenden Kirchengemeinden jetzt ganz anders entwickelten als ursprünglich angenommen. „Dass Du jetzt gehst, liebe Angelika, hat viel mit den Entwicklungen der vergangenen Monate zu tun, in denen in denen dir mit der Zeit vieles klar geworden ist.“ Eine Entscheidung zum Neuaufbruch sei in ihr gereift, die nun eine große Tragweite für die weitere Pfarrstellenplanung in der Region habe. Mit ihr wird demnächst auch ihr Ehemann Jörg Oberbeckmann den Kirchenkreis verlassen. Jörg Oberbeckmann ist Pfarrer in der Kirchengemeinde Wersen-Büren und als Synodalassessor Stellvertreter des Superintentenden. Beide werden ihren beruflichen Weg künftig im Markgräfler Land in der Nähe von Freiburg fortsetzen, wo bereits zwei ihrer drei Kinder leben. „Ihr seid 1997 zusammen in den Kirchenkreis Tecklenburg gekommen und werdet ihn nun auch wieder gemeinsam verlassen“, so der Superintendent. Jörg Oberbeckmann wird seine neue Pfarrstelle allerdings erst zum 1. Februar 2027 antreten. 

Angelika Obereckmann ist 16,5 Jahre in Westerkappeln gewesen, zuvor gemeinsam mit ihrem Mann in einer gemeinsamen Pfarrstelle in Wersen-Büren. Ihre drei Kinder Simon, Daniel und Noemi sind im Tecklenburger Land großgeworden. „Die ausgeschriebene Stelle in Badenweiler hat einen großen Reiz ausgeübt, nochmal einen Neuanfang zu gestalten. Die örtliche Nähe zu den Kindern hat eurer Familie eine Perspektive über die restlichen Dienstjahre hinaus eröffnet. Wir können eure Entscheidung gut nachvollziehen, auch wenn sie jetzt bedeutet, dass wir Abschied nehmen müssen“, sagte André Ost. Er dankte ihr für ihre Arbeit über die vielen Jahre im Kirchenkreis, für ihre sensible und doch auch immer klare und direkte Art und ihre ganz besondere Weise, auf Menschen zu wirken und ihren Dienst auszuüben. „Gottesdienst und Seelsorge waren dir immer die wichtigsten Kernaufgaben deines Pfarrberufs“, so André Ost weiter. Das habe sie in Westerkappeln gut umsetzen können. Viele Menschen in der Gemeinde hätten sie unterstützt, und mit Olaf Maeder sei sie ein gut harmonierendes Pfarrteam gewesen.   

„Der Personalmangel im Pfarrdienst ist allgegenwärtig, das wird uns jetzt immer stärker ereilen“, ist sich André Ost sicher. „Aber wir dürfen uns nicht bange machen lassen. Die Nachbarschaftsregion Mitte-Nordost mit den fünf Gemeinden Lotte, Tecklenburg, Wersen, Wersen-Büren und Westerkappeln ist auf einem guten Weg.“ An vielen Stellen werde schon vielversprechend kooperiert und der Kooperationsrat sei sehr vorausschauend unterwegs, um die Herausforderungen konstruktiv zu gestalten. Auch für den jetzt anstehenden Umbruch werde es Lösungen geben. 

Im Anschluss an den Gottesdienst hatten alle Gemeindeglieder, Beteiligte aus der Nachbarschaftsregion und Weggefährten Gelegenheit, sich beim Empfang im Dietrich-Bonhoeffer-Haus von Angelika Oberbeckmann zu verabschieden. 

Bericht: Christine Fernkorn

 

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