Unsere aktuellen Nachrichten auf einen Blick

Gemeinde Lengerich heißt Pfarrerin Martina Bartling willkommen – Superintendent André Ost führt sie in die zweite Pfarrstelle ein

In einem Gottesdienst in der Lengericher Stadtkirche wurde am letzten Februarsonntag Pfarrerin Martina Bartling wenige Wochen nach ihrem Dienstantritt als Inhaberin der zweiten Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde durch Superintendent André Ost offiziell in ihr Amt eingeführt.

Nicht nur Kolleginnen und Kollegen, Presbyterinnen und Presbyter, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gremien, sondern auch die Gemeindeglieder in den Kirchenbänken hießen die 59-Jährige, ihren Ehemann Uwe und ihre Töchter Marie und Isabell in Lengerich willkommen. Begleitet bei ihrer Einführung wurde Bartling von ihrer Familie, von Freundinnen und Freunden sowie von Weggefährten aus ihren früheren Wirkungsorten in Iserlohn und Hagen (NRW).

Dass im Pfarrhaus in Hohne nach der 16-monatigen Vakanz seit dem Eintritt in den Ruhestand von Harald Klöpper wieder Licht brennt, freute nicht nur Superintendent Ost, der die Wirkungsstätten von Martina Bartling Revue passieren ließ und feststellte, dass die Lengericher Pfarrstellen nun mit drei Frauen besetzt seien. „Das hat es bisher noch nicht gegeben“, sagt er mit Blick auf das Trio Martina Bartling, Silke Häger und Sigrid Holtgrave. Bartling selbst habe sich als freundlich, einfühlsam, hartnäckig, kritisch und als Organisationstalent beschrieben. „Das können wir in Lengerich und im Kirchenkreis Tecklenburg gebrauchen und sind gespannt, es zu entdecken“, blickte Ost ebenso zuversichtlich auf die zukünftige Zusammenarbeit wie die Kolleginnen Häger und Holtgrave.

Nach der Einführung, in deren Rahmen viele Frauen und Männer Martina Bartling ihre Segenswünsche mit auf den Weg gaben, nahm diese in ihrer Predigt die Geschichte vom Paradies, in dem Adam und Eva lebten, aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 3, Verse 1 bis 19 in den Fokus, um sofort klarzustellen: „Nein, unsere Welt ist kein Paradies. Das wusste auch der Verfasser dieser Paradies-Erzählung“. Und sie fragt weiter: „Warum sehnen wir uns nach dem Paradies, aber leben nicht mehr im Paradies?“

Ein Dorn im Auge ist Bartling die frauenfeindliche Auslegung des Textes. Eva allein solle schuld am Sündenfall sein und gelte fortan wie alle Frauen als minderwertige sündige Verführerin. Dabei gelte es zu bedenken, dass die Schlange „wie eine Influencerin, die Fake News, verbreitet“, auftrete, die Wahrheit verdrehe und Misstrauen säe. Der Mensch lasse sich verführen, und am Ende stelle sich die Frage, ob „Verbotenes immer eine Sünde wert“ sei.

In der Paradies-Geschichte führe das gesäte Misstrauen nicht nur zum Riss zwischen Adam und Eva, sondern auch zwischen Gott und Mensch, zwischen den Menschen und den Tieren. Die Folge? „Der Weg zum Paradies ist nun versperrt. Der Mensch sterblich. Die Schlange verflucht.“ Und obwohl Gott sich von Adam den schwarzen Peter zuschieben lasse, ertrage Gott das und kümmere sich. Martina Bartling schlägt den Bogen zum Neuen Testament, in dem Gott sich selbst auf den Weg mache, um die Tür zum Paradies wieder zu öffnen, in dem er „uns seinen Sohn Jesus“ schicke.

Viele gute Wünsche und Willkommensgeschenke gab es für die Neue und ihre Familie nach dem Gottesdienst. Die Kirchengemeinde Lengerich, Superintendent André Ost, Jutta Groppe als Vorsitzende des Gemeindebeirates, Pastoralassistent Jan Diekmann der Katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen, Matthias Groppe als Vorsitzender des CVJM und als Hohner sowie eine Vertreterin des Frauenchores Lengerich hießen Martina Bartling willkommen und machten deutlich, wie sehr sie sich auf die Zusammenarbeit freuen würden. Auch Gerd Steuber von der Kirchturmtruppe der Lydia-Kirchengemeinde Hagen, in der Bartling zuvor tätig gewesen war, ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zu sprechen.

Bartling ihrerseits dankte allen für die freundliche Aufnahme. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus nutzten viele die Gelegenheit, mit der nicht mehr ganz so neuen Pfarrerin ins Gespräch zu kommen.

Der Einführungsgottesdienst in der Stadtkirche wurde musikalisch begleitet durch Kantorin Rebekka Follert (Orgel), Svetlana Gibner und Chantal Möschter (beide Querflöte). 

Bericht: Dietlind Ellerich.

Zurück