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Friedensbotin 2026: Friederike Spengler aus Erfurt- Eine Biografie im Zeichen des Friedens

In der Vergangenheit wurden prominente Persönlichkeiten gewonnen, die in der Öffentlichkeit für die Ökumenische FriedensDekade werben. Den Anfang machte 2004 ein Tatortkommissar: der vor zwei Jahren in Halle verstorbene Schauspieler und Theaterintendant Peter Sodann war der erste Schirmherr.

Er sagte damals geradezu prophetisch in die militärischen Konfrontationen, die zurzeit ausgetragen werden: „Wir leben in einer Situation, wo der Krieg schon wieder ein normales politisches Mittel geworden ist.“ 

Schirmherren waren auch der ehemalige Pfarrer der Nikolaikirche in Leipzig, Christian Führer, und der Sänger der Popgruppe „Die Prinzen“, Sebastian Krumbiegel. Zu den Schirmherrinnen zählten die ehemalige Ratsvorsitzende Margot Käsmann und die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. 

Seit 2020 läuft die Schirmherrschaft unter dem vielversprechenden Titel „Friedensboten“. Dazu ernannten die Organisatoren unter anderem den Liedermacher Konstantin Wecker und die Kinderbuchautorin und ehemalige Bürgermeisterin von Osnabrück, Lioba Meyer. 2026 übernimmt diese ehrenvolle Aufgabe die Erfurter Regionalbischöfin in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, Friederike Spengler. Bevor sie zur Regionalbischöfin gewählt wurde, arbeitete sie in der Region der Deutschen Klassik als Schulpfarrerin im Kirchenkreis Weimar. 

Die aus der „Heldenstadt“ Leipzig stammende Theologin engagierte sich in der gewaltfreien Revolution, die zum Fall der Mauer führte, und trug schon als Jugendliche das Logo „Schwerter zu Pflugscharen“, das damals von den staatlichen Behörden verboten wurde und Repressalien einbrachte. Sie versteht den Pazifismus nicht nur als private Gesinnung, sondern als Teil der „DNA“ des christlichen Glaubens. In den gegenwärtigen Krisen dürfe man sich nicht mit der Logik der Gewalt abfinden. 

Die Synodale stellte auch kritische Rückfragen an die neue Denkschrift der EKD „Welt in Unordnung – gerechter Friede im Blick“, die auf der Herbstsynode veröffentlicht wurde. Sie stimmte nicht überein mit der Haltung zur atomaren Bewaffnung, zu der sie ein klares Nein erwartet hätte, zum Pazifismus und zum Wehrdienst. Ihr Befremden äußerte sie über die Ablehnung der Aussage in einer Handreichung „Friedensdienst in der Kirche“, dass „der Dienst ohne Waffen das deutlichere Zeichen des Christseins darstelle“, die in der Kirche Ostdeutschlands propagiert wurde. Wer sich für einen „Dienst ohne Waffen aus christlicher Überzeugung“ entschied, musste mit erheblichen Nachteilen und Schikanen rechnen. Für Friederike Spengler eine unüberbietbar gut gewählte Formulierung und ein Kompass für ein Leben nach dem Evangelium. Es ist deshalb auch ein „deutliches Zeichen“, dass sie mit ihrem biografischen Hintergrund und ihrer friedensethischen Position die kommende Friedensdekade repräsentiert. 

Die bundesweiten Gottesdienste und Veranstaltungen vom 8. – 18. November 2026 stehen unter dem Motto „Couragiert – widerständig“. Friederike Spengler ruft dazu auf: „Wir müssen couragiert widersprechen, wo Hass und Aufrüstung das Wort führen und stattdessen Räume der Versöhnung schaffen“.

Pfarrer i.R. Detlef Salomo, Friedensbeauftragter des Kirchenkreises Tecklenburg

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Erstellungsdatum: 22.04.2026