Die rund 40 Mitwirkenden der Evangelischen Kantorei und des Projektorchesters an der Stadtkirche präsentierten unter der Leitung von Rebekka Follert gemeinsam mit hochkarätigen Solistinnen ein abwechslungsreiches Programm, das die Vielfalt und Ausdruckskraft barocker Musik eindrucksvoll zur Geltung brachte.
Den festlichen Auftakt bildete Dietrich Buxtehudes „Präludium und Fuge D-Dur“ für Orgel, das Kirsten Schweimler-Kreienbrink mit klanglicher Brillanz und stilistischer Sicherheit interpretierte. Auch als Continuo-Spielerin prägte sie den warmen, tragfähigen Klang des gesamten Konzerts maßgeblich. Anschließend überzeugte Maike Weber mit Bachs Arie „Ich will dir mein Herze schenken“ aus der Matthäus-Passion. Mit ihrer klaren, ausdrucksstarken Stimme und einer fein nuancierten Gestaltung verlieh sie der innigen Arie große Ausdruckskraft.
Ein weiterer Höhepunkt des Konzerts war das Oboenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello. Stefanie Bloch ließ den warmen, kantablen Klang ihres Instruments eindrucksvoll zur Geltung kommen und gestaltete das Werk mit großer Musikalität und feinem Gespür für die barocke Klangsprache. Im sensiblen Zusammenspiel mit Orchester und Continuo entwickelte sich eine ebenso transparente wie ausdrucksvolle Interpretation.
Mit Bachs virtuoser Solokantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ begeisterten Manja Stephan und Trompeterin Astrid Begger das Publikum. Das anspruchsvolle Wechselspiel zwischen der strahlenden Sopranstimme und der brillant geführten Trompetenstimme gelang mit beeindruckender Präzision und Leichtigkeit und wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Den glanzvollen Abschluss bildete Antonio Vivaldis „Gloria“ in D-Dur. Die Evangelische Kantorei präsentierte sich klanglich ausgewogen, textverständlich und mit großer Ausdruckskraft. Vom jubelnden Eingangschor über die lyrischen Solosätze bis zum festlichen Schluss entfaltete sich die ganze Farbenvielfalt dieses beliebten Barockwerks. Die Solopartien wurden von Manja Stephan und Maike Weber gestaltet, die sowohl in den Sopran- als auch in den Altpartien mit musikalischer Gestaltungskraft überzeugten. Gemeinsam mit dem Projektorchester entstand eine lebendige, transparente und mitreißende Interpretation, die Chor und Orchester zu einer klangvollen Einheit verschmelzen ließ.
Rebekka Follert führte Chor und Instrumentalensemble mit sicherer Hand durch das anspruchsvolle Programm und sorgte für ein ausgewogenes Zusammenspiel aller Beteiligten. Erst nach langanhaltendem Applaus und Standing Ovations entließ das begeisterte Publikum die Mitwirkenden – ein stimmungsvoller Schlusspunkt des letzten Konzerts vor der Sommerpause und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die „Perlen des Barocks“ ihrem Titel in jeder Hinsicht gerecht wurden.