Erstes Ziel war das Internationale Friedensdorf in Oberhausen. Die Einrichtung setzt sich seit 1967 für kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten ein und ist ausschließlich spendenfinanziert. Kinder aus Ländern, in denen eine notwendige medizinische Versorgung nicht möglich ist, werden zur Behandlung nach Deutschland gebracht und nach ihrer Genesung wieder zu ihren Familien zurückgeführt. Jährlich werden etwa 1.000 Kinder im Rahmen der medizinischen Einzelfallhilfe betreut und in ihre Heimat zurückgebracht. Die Kinder stammen heute vor allem aus Ländern wie Afghanistan, Angola sowie weiteren Krisenregionen in Afrika und Asien. Die medizinische Behandlung erfolgt in kooperierenden Krankenhäusern in Deutschland und Europa.
Die Besucher erhielten bei einer Führung einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Friedensdorfes und erfuhren, wie medizinische Hilfe, Rehabilitation und humanitäres Engagement miteinander verbunden werden. Besonders bewegend waren die Berichte über einzelne Schicksale von Kindern, denen durch die Hilfe des Friedensdorfes eine neue Zukunft ermöglicht wurde. Trotz ihrer medizinischen Probleme war an allen Ecken Kinderlachen zu Hören und Aktion zu spüren. Die Begegnung machte deutlich, wie wichtig praktische Nächstenliebe und internationale Solidarität gerade in einer von Konflikten geprägten Welt sind.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause führte die Reise in die niederländische Grenzstadt Aalten zum Nationaal Onderduik-Museum. Onderduik – deutsch Untertauchen – das Museum erinnert an die Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs und erzählt die Geschichte von Menschen, die Verfolgten Schutz gewährten oder selbst im Untergrund leben mussten. Anhand persönlicher Schicksale wurde deutlich, vor welchen schwierigen Entscheidungen die Menschen damals standen. Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude, in dem während der Besatzungszeit gleichzeitig Untergetauchte versteckt wurden und ein deutsches Kommandobüro untergebracht war – ein eindrucksvolles Symbol für die Widersprüche jener Zeit. Die Ausstellung regte dazu an, über Mut, Verantwortung, Zivilcourage und die Bedeutung von Freiheit und Demokratie nachzudenken.
Die Exkursion verband auf besondere Weise Vergangenheit und Gegenwart. Während das Friedensdorf konkrete Hilfe für Kinder in aktuellen Krisensituationen leistet, erinnerte das Onderduik-Museum an die Folgen von Krieg, Verfolgung und Menschenfeindlichkeit. Beide Orte machten deutlich, wie wichtig Mitmenschlichkeit, Frieden und das Eintreten für die Würde jedes Menschen sind.
Bericht: Karl Wilms