Dort seien wertvolle Freundschaften und ein funktionierendes Netzwerk entstanden, so die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde.
Wilfried van Elten, langjähriger Diakon in der katholischen Kirche Ibbenbüren und Brochterbeck, sprach den Psalm 107 gemeinsam mit allen Anwesenden und ein Gebet vom Aufbruch durch das Dunkel zum Licht. Er berichtete über die Anfänge der Gemeinschaft mit geflüchteten Menschen im Arbeitskreis Asyl der Gemeinden St. Michael und Matthäus sowie den ökumenischen Zusammenhalt verschiedener Akteure.
Im Februar 2016 bildete sich in der Alten Schule am Kirchplatz in Ibbenbüren ein regelmäßiger Begegnungsort und ein Zuhause für Menschen aus aller Welt. Etwa 30 Mitarbeitende unterstützen Neubürger beim Erlernen der deutschen Sprache, bei Arztbesuchen, Behördengängen oder dem Ausfüllen von Formularen. Über die praktische Hilfe bei Alltagsproblemen wurden Barrieren abgebaut und Fremdes vertraut. Einige Mitarbeitende berichteten über die ersten Jahre und ihre Motivationen. Die Nationalität der Ankommenden spielte keine Rolle, darin waren sich alle einig.
Pfarrer i. R. Reinhard Paul bezog sich in seiner Predigt auf die Lesung aus dem 15. Kapitel des Matthäusevangeliums. Es komme nicht darauf an, sich auf Zuständigkeiten zu berufen, sondern Menschlichkeit walten zu lassen. Genau das wird seit zehn Jahren im Café International praktiziert. „Uns wurde vieles abverlangt, aber wir wurden auch unendlich reich beschenkt“, hob Reinhard Paul hervor. In der Alten Schule entwickelte sich ein begehrter Treffpunkt für Jesiden, Muslime, Christen und Angehörige anderer Religionsgemeinschaften.
KMD Christian Schauerte schuf den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes mit passenden Improvisationen und begleitete den Gesang der ausgewählten Lieder. Im Glaubens- und Friedensbekenntnis der Weltversammlung der Christen von Seoul heißt es: „Ich glaube nicht an die Stärke der Waffen, sondern an den Frieden auf Erden“. Diese Hoffnung wurde auch in den Fürbitten mehrfach betont.
Der Empfang im Gemeindehaus Blick.punkt begann mit Vorträgen von Andreas Kösters (Klavier) und Claudia Schneider (Flöte). Pfarrer i. R. Reinhard Lohmeyer überreichte seitens der Stiftung Evangelische Kirche an Ingeborg Paul, die Initiatorin und „gute Seele“ des Cafés in Ibbenbüren sowie an Pfarrer i. R. Reiner Ströver, den Gründer des Cafés International in Laggenbeck, einen Spendenscheck in Höhe von 4.000 Euro. Einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben bekamen die Gäste durch die Vorstellung der Fahrradwerkstatt, des Näh-Cafés, der Sprachpaten, Organisatoren von Feiern, Wohnungsbeschaffer oder Helfer durch den Bürokratie-Dschungel. Dr. Marc Schrameyer dankte den Aktiven für zehn Jahre Offenheit, Menschlichkeit und das Brückenbauen. „Das Café International ist kein Projekt auf dem Papier, es ist ein Ort mit Herz – ganz unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion“, sagte der Bürgermeister von Ibbenbüren. Aus einer Idee sei Heimat für viele Menschen entstanden.
Gratulanten von Kirchengemeinden, dem Verein „Kulturbrücke“ und aus Kindergärten überbrachten gute Wünsche und Geschenke. Irina Müller vom Evangelischen Stadtkindergarten hatte ein Lied zum Mitsingen einstudiert, das einige Kinder vergnügt begleiteten. In der Mittagspause lockte ein Internationales Buffet mit Köstlichkeiten aus unterschiedlichen Kulturen zum Schlemmen. Am Nachmittag hatten alle Gäste viel Freude an Auftritten der Volkstanzgruppe Laggenbeck, einem ägyptischen Tanz mit Sina Elsaid Morsi aus Münster und arabischen Klängen, die zum Mitmachen einluden.
Bericht: Brigitte Striehn.