John Guidao Oab, Superintendent des Kirchenkreis Otjiwarongo (Namibia), weist in seinem Grußwort darauf hin, dass im Kirchenkreis Otjiwarongo dieses Jahr zum ersten Mal ein kreisweiter Gottesdienst in der /Khomi Aus-Gemeinde in Fransfontein gefeiert wird. In den deutschen Kirchenkreisen wird dies schon länger so gehandhabt. Und so feierte der Kirchenkreis Wesel in der Friedenskirche Wesel und der Kirchenkreis Tecklenburg in der Hambürener Kirche in Westerkappeln.
Im Grußwort von Thomas Brödenfeld, Superintendent des Kirchenkreis Wesel, heißt es: „Seit 1982 haben wir das Glück, gemeinsam die Gabe dieser „dreifachen“ Partnerschaft zwischen unseren Kirchenkreisen in Otjiwarongo, Tecklenburg und Wesel zu erleben. In den vergangenen 44 Jahren haben wir wunderbare Begegnungen und gegenseitige Besuche erlebt. Im Laufe dieser Jahrzehnte sind in unseren drei Kirchenkreisen viele segensreiche Projekte entstanden und umgesetzt worden. Dafür sind wir zutiefst dankbar“.
Von gegenseitigen Besuchen erfährt man auch im Westerkappelner Gottesdienst. Sind doch in dem von Pastor Olaf Maeder geleiteten Gottesdienst nicht nur Mitglieder des Partnerschafskomitees und Teilnehmer der im April stattgefundenen Partnerschaftsreise eingebunden, sondern auch Elizabeth und Arnold von Francois aus Mariental und Catharina Bezuidenhout aus Windhouk.
In einem Interview erleben die Gottesdienstbesucher Namibia aus verschiedenen Blickwinkeln. Franziska Strübbe, die im April mit der Partnerschaftsreise zum ersten Mal Namibia besuchte, berichtet von der Schönheit und unglaublichen Weite dieses faszinierenden und so abwechslungsreichen Landes. Aber auch davon, wie verbunden man sich fühlt, wenn man, wie die Aprilgruppe gemeinsam im Garten arbeitet. Auch die Besuche in den anderen Gemeinden hätten sie zugleich berührt und begeistert.
Catharina Bezuidenhout berichtet von Ihrem Leben in Windhouk und wieviel schwerer das Leben auf dem Land ist. In Windhouk sind alle Läden in der Nähe vorhanden. Ihre Schwester Elizabeth lebt auf ihrer Farm 65 km vom nächsten Laden entfernt. Deutschland erlebt sie als bunt. Die Städte seien voll mit so vielen Geschäften. Es sei schön, sich mit den vielen Menschen, die sie in ihrer Zeit hier treffen, auszutauschen.
Kim Schröder war schon mehrfach in Namibia, hat drei Monate im Sion Hostel in Otjiwarongo gelebt und ist mittlerweile Mitglied im Namibia-Komitee des Kirchenkreises Tecklenburg. Auf die Frage, wie sich Namibia denn seit ihrem ersten Besuch in 2015 verändert hat und was in der Partnerschaftsarbeit besonders wichtig ist, antwortet Sie:
„Im Großen und Ganzen ist Namibia deutlich bekannter geworden, viel mehr Leute kennen Namibia oder waren schon mal da. „For a reason“ natürlich, Namibia ist ein wunderschönes Land! In unseren Partnergemeinden hat sich städtebaulich und gesellschaftlich was getan. Zum Beispiel gibt es in Khorixas mehrere neue große Supermärkte und in Otjiwarongo wird eine neue Schule aufgebaut. Und in Bezug auf unsere Partnerschaft verwende ich ganz gerne das Bild eines Baumes, denn wir müssen alle zusammen den Baum der Partnerschaft pflegen und wässern, damit er Früchte trägt und wir diese dann gemeinsam oder mit weiteren Menschen genießen können. Das bedeutet, dass wir von allen Seiten Einsatz zeigen und unsere Ideen einbringen müssen, damit wir tolle Begegnungen und Erfahrungen aus der Partnerschaft ziehen können“.
Die abschließende Interviewfrage bezog sich auf die Kleider, die Elizabeth von Francois und Catharina Bezuidehout zum Gottesdienst trugen. Beide erklärten, dass es sich dabei um eine traditionelle Tracht zum Sam-Khubis Tag handele. Dieser historische Gedenktag erinnere an die Schlacht bei Sam Khubis, als die Baster Gemeinschaft (Gemeinschaft mit afrikanisch / europäischen Wurzeln) erfolgreich Widerstand gegen deutsche Kolonialtruppen geleistet hat. Dies ist ein wichtiger Tag, um den Zusammenhalt zu Stärken und die Geschichte an die Jugend weiterzugeben. Viele Gemeindemitglieder tragen dann traditionelle, viktorianisch inspirierte Kleidung, zu der auch die große Haube gehört. Die Farben Rot und Weiß symbolisieren das Blut, dass die Vorfahren im Kampf um die Freiheit vergossen haben und den tiefen Wunsch nach Gemeinschaft und Frieden.
Der Partnerschaftsgottesdienst wird jedes Jahr von allen drei Kirchenkreisen zusammen geplant. Dabei werden Elemente ausgesucht, die in allen drei Gottesdiensten gleich sind. Neben dem Lied „Bind us together Lord“ wurde natürlich in allen Gottesdiensten „We are marching in the Light of God“ gesungen. Dabei hielt es in Westerkappeln niemanden auf den Bänken. Wie in Namibia im Gottesdienst üblich, tanzte die Gemeinde durch den Kirchraum.
Als weiteres Symbol wird noch eine Partnerschaftskerze entzündet. Das Feuer soll zeigen, wie sehr die Menschen in dieser Partnerschaft für ihre gemeinsame Arbeit brennen. Das Licht soll die Hoffnung und Neuanfänge stehen, die durch diese Partnerschaft beginnen, und ein Zeichen sein, dass die Partnerschaft in einer strahlenden Zukunft weiter bestehen möge.
Nach dem Gottesdienst gab es noch Gelegenheit zum Austausch im Gemeindehaus. Bei Getränken und Snacks gab es Zeit für Fragen und Ideen. Für Gesprächsstoff sorgten zusätzlich kleine Impulse, vermerkt auf Fotos von Namibia, Partnerschaftsprojekten und der Farm von Elizabeth und Arnold von Francios.
„Three Churchcircuits united in partnership“, diese Botschaft kam rüber am Dreifaltigkeitswochenende.
Bericht: Melanie Wehmeier