„Mensch, wir zeigen´s euch“: Aus erster Hand, von Menschen mit Behinderung und Fachkräften, erfuhren die Gäste, welche Leistungen 1.200 Beschäftigte täglich mit der richtigen Assistenz erbringen.
Wetterbedingt war der Auftaktgottesdienst von der großen Open Air-Bühne in den Speisesaal verlegt worden. Hunderte Besucherinnen und Besucher, Beschäftigte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlebten den inklusiven Chor und eine schöne, bildhafte Liturgie mit Superintendent André Ost, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Ledder Werkstätten gGmbH.
„Wunder geschehen“ war dieser Gottesdienst betitelt. André Ost stellte das Gleichnis vom Heilungswunder des Gelähmten aus dem Markus-Evangelium in den Mittelpunkt: „Es gibt sie, die Wunder, die uns in unserem Alltag begegnen. Und unsere Ledder Werkstätten sind ein besonders guter Ort dafür. Zu sehen, wie sich Menschen entwickeln, wie sich Möglichkeiten auftun. Die Welt ist voller Wunder, man muss sie nur zu lesen verstehen!“
Die gelebte Gemeinschaft und Fürsorge, gutes Wachstum und die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten seien so vielfältig. Mit Stolz und Freude zeige man an diesem Tag die Ledder Werkstätten. Neugierde wolle man wecken und Begegnung schaffen in einer starken Gemeinschaft, so André Ost.
LeWe-Geschäftsführer Wilfried Koopmann dankte allen für Vorbereitung und Begleitung des Gottesdienstes und sagte: „Heute wollen wir unsere Gemeinschaft vorstellen, denn wir arbeiten Hand in Hand. In unseren Ledder Werkstätten, mit unseren Angehörigen, Partnern und dem Leistungsträger LWL. Danke dafür!“ Und dann ging die Gottesdienstgemeinde hinaus auf das Werkstattgelände, um die vielen Facetten, die vielen kleinen Wunder der täglichen Teilhabe zu sehen.
Wie arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Hilfebedarfen? Beschäftigte stellten ihre Aufgaben auf vielen exemplarischen Arbeitsplätzen selbst vor. Was tun die LeWe für über 50 Beschäftigte, die sich auf dem Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt machen möchten? Der Fachdienst Berufliche Inklusion stellte ihre Wege und Karrieren vor, auch weil viele Firmen im Tecklenburger Land längst dieses Arbeitskräfte-Potenzial erkannt haben.
Wie begleitet die Einrichtung über 100 Beschäftigte mit hohen Hilfebedarfen in den vier Arbeitsbereichen für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen? Dank moderner Robotik und computergestützter Settings gibt es eine ganz neue Teilhabe durch Arbeit für sie - zu sehen beim „Tag der Begegnung“.
50 Jahre Besondere Wohnform (früher Stationäres Wohnen) werden im September groß gefeiert, denn sie bietet fast 200 Nutzerinnen und Nutzern ein sicheres, fachlich gut begleitetes Zuhause. Darüber und über die Neubauprojekte in Ibbenbüren und Recke mit insgesamt 48 Plätzen erfuhr das Publikum auch einiges. Die Lengericher Tochter, die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie, war ebenfalls präsent. Ebenso alle Vertretungsgremien, für die sich Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch gerne Zeit nahm. Gute anderthalb Stunden war der Landesminister da, hörte zu und sprach mit den Menschen.
Bericht: Jörg Birgoleit