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„Das Programm bietet ungewohnte Zugänge auf spielerische Art“ – Interview mit Dr. Thorsten Jacobi und Ralf Fischer zum Fortbildungsprogramm der Schulreferate

Die Schulreferate der drei Münsterland-Kirchenkreise haben jetzt ihr Fortbildungsprogramm 2/2026 veröffentlicht. Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn (Kirchenkreis Tecklenburg) führte dazu ein digitales Interview mit Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi, dem Schulreferenten der Kirchenkreise Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken, und Pfarrer Ralf Fischer, Schulreferent im Kirchenkreis Münster.

Im Vorwort des Fortbildungsprogramms sagst Du, Thorsten:“ Freiheit – das ist Christentum“. Was meinst du damit? 

„Schon Philipp Melanchthon verweist darauf, dass sich das ev. Christsein durch Freiheit auszeichnet. Dieses Programm will alle Lehrkräfte ansprechen, die so frei sind, von ihren Standardthemen abzurücken und sich auf ungewohnte Zugänge einzulassen. Dazu gehören spielerische Herangehensweisen oder auch Kooperationen mit der Polizei und anderen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens.“

In der Fortbildung „Erzählen: Hilfsmittel geben Freiheit“ am 5. Oktober, mit Ihnen, Herr Fischer, werden Möglichkeiten eröffnet, eine biblische Geschichte ganz neu zu entdecken. Wie kann das geschehen?

„Zwei Aspekte sind mir besonders wichtig: der eine zielt darauf ab, die Geschichte für sich zu erschließen. Wenn man nicht vorliest, sondern erzählt, lässt man die Geschichte durch sich hindurchlaufen und verbindet sie mit eigenen Lebenserfahrungen. Das ist eine Möglichkeit für Lehrkräfte, ihre Erfahrungen in die Geschichte einzubringen, aber auch für die Schülerschaft als Zielgruppe. So besteht die Freiheit darin, aus einer ganz anderen Perspektive auf die Geschichte zu sehen. Hier fällt mir beispielsweise eine unbedeutende Randfigur ein: Ein Kind ist mit seinen Eltern unterwegs und erlebt, wie Jesus vielen Menschen zu essen gibt. Das eröffnet Freiräume, ganz anders auf die Geschichte zu sehen. Beim Erzählen mit Hilfsmitteln, zum Beispiel mit Bildern und Figürchen, funktionieren diese wie eine Art Spickzettel. Man kann so die Handlung frei erzählen und ganz anders auf die Zielgruppe reagieren, als wenn ich die Geschichte aufsage oder vorlese. Sie entwickelt sich im Dialog als erzählende Form und durch das gegenseitige Zuhören. Das ist die Idee“.

„Mehr als nur Mantel und Stiefel“ – Weibliche Heiligenlegenden im evangelischen Religionsunterricht. So der Titel einer Veranstaltung am 6. Oktober, die Du, Thorsten, anbietest. Das hört sich spannend an. Was ist die Intention der Fortbildung? 

„Die Heiligengestalten erhalten im klassischen evangelischen Religionsunterricht einen nur eingeschränkten Platz: Der heilige Martin (symbolisiert durch den Mantel) und der heilige Nikolaus (symbolisiert durch den Stiefel) und vielleicht noch der heilige Franz von Assisi, das ist es meistens. Die Referentin Beate Brauckhoff vom Pädagogisches Institut Villigst beschäftigt sich in der Fortbildung mit weiblichen Gestalten. Sie verweist auf die heilige Elisabeth, die heilige Barbara und die heilige Lucia. Es passt gut, dass die Fortbildung im Vorfeld der Gedenktage im November und Dezember stattfindet. Die weiblichen Heiligen leben Nächstenliebe vor, ihre Geschichten geben Hoffnungserfahrungen weiter: in dunkler Jahreszeit beispielsweise das Licht der heiligen Lucia oder das Grün der Barbarazweige. Diese Symbolik sollten wir anderen Kirchen nicht allein überlassen.“

Weitere Impulse für die Praxis erwarten die Teilnehmenden der Fortbildung „Zwischen Playlist & Psalmen“ mit Pop- und Kreis-Kantor Philipp Holmer (Kirchenkreis Münster) am 17. November. Herr Fischer, was ist die Intention dieser Fortbildung? 

„Religionsunterricht lebendig bleiben zu lassen. Wir machen die Erfahrung, dass Musik im Leben der jungen Menschen eine ganz besondere Rolle spielt. Musik begleitet die jungen Menschen deutlich mehr als religiöse Texte. Musik gehört aber auch wesensmäßig zur christlichen Religion einfach dazu, angefangen bei den Psalmen.

Philipp Holmer hat eine mittreißende Art, Lehrkräften Zugänge zu Liedern aus verschiedenen Musikrichtungen zu vermitteln. Er macht Mut dazu, den Religionsunterricht mit Musik zu bestreiten und darüber ins Gespräch zu kommen. Auch für die Lehrkräfte ist es eine wertvolle Erfahrung, miteinander Musik zu machen oder darüber ins Gespräch zu kommen. Wir hatten schon vor einigen Jahren eine solche Fortbildung, die gut ankam. Jetzt geht es auch darum, wahrzunehmen, was es an Neuem gibt und wie man das in den Unterricht integrieren kann.“ 

Im Rahmen des Fortbildungsprogramms findet der Tecklenburger Lehrerinnen- und Lehrertag am 18. November statt. Das Thema heißt dieses Mal: „Warum der Religionsunterricht eine Zukunft hat“. Hier finden Sie das Programm:

https://www.kirchenkreis-tecklenburg.de/fileadmin/user_upload/Seiteninhalte/Veranstaltungen_2026/TLT_2026.pdf

Das komplette Fortbildungsprogramm finden Sie hier: 

 

 

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