Pfarrerin Lena Stubben nahm bei der Begrüßung Bezug auf den Wochenspruch „Einer trage des anderen Last“. „Dieses Wort erinnert uns daran, dass wir im Glauben und im Leben nie als Einzelkämpfer unterwegs sind, sondern als Gemeinschaft, die füreinander einsteht, sich gegenseitig stützt und trägt“, sagte sie.
Auf Friedrich Altekrüger treffe dies in besonderem Maße zu. Er habe in vielen Jahren treuen und engagierten Dienstes unzählige Male geholfen, die Lasten anderer zu tragen – durch Zuhören, Predigen, Seelsorge und einfach nur Da-Sein, stellte sie fest. Nun war der Zeitpunkt gekommen, zurückzublicken, Dank zu sagen und für ihn den Segen Gottes im neuen Lebensabschnitt zu erbitten. Pfarrer Ingo Göldner las den Psalm 42, der tiefes Gottvertrauen ausdrückt. Gebete und die Lesung aus dem Lukasevangelium plädierten für Verständnis und Versöhnung und thematisierten die Barmherzigkeit Gottes. Kirchenmusikdirektor Christian Schauerte begleitete den feierlichen Gottesdienst musikalisch an der Orgel und am Klavier.
Friedrich Altekrüger bezog sich in seiner Predigt auf die Jahreslosung 2026. Der Bibeltext „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!" stammt aus der Offenbarung des Johannes. Er soll Trost spenden und Hoffnung verbreiten. Der Prediger bezog ihn sowohl auf die Kirchengemeinde in ihren aktuellen Umbrüchen als auch auf seine persönlichen Perspektiven. Er wolle sich überraschen lassen. Gott sage nicht „Du musst“, sondern „Ich mache“. Dieses kraftvolle Wort der Verheißung könnten Menschen dankbar annehmen. Auf die Veränderungen in der Kirche blickte Altekrüger optimistisch. „Gebäude vergehen, die Gemeinde bleibt“, betonte er und freute sich über langen Beifall.
Superintendent André Ost nahm die Entpflichtung des Pfarrers vom Dienst im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg vor. Er dankte ihm für die flexible und verlässliche Tätigkeit. Gottesdienste, Altenheimbetreuung, Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Seelsorge oder Konfirmationen gehörten zu seinen Aufgabenbereichen. Über diese hinaus war er zudem stets am großen Ganzen interessiert, erklärte Ost. Die Tageslosung „Du gibst meinen Schritten weiten Raum, und meine Knöchel wanken nicht“ (2. Samuel 22,37) nahm der Superintendent als Ausgangspunkt für das Durchschreiten der zahlreichen Stationen seines Wirkens im Kirchenkreis seit 2004. „Du warst stets gerade auch in Krisenzeiten ein Stabilitätsanker und wichtiger Brückenkopf, um pastorale Ansprechbarkeit und gemeindliches Leben sicherzustellen“, so Ost.
Er verwies darauf, dass die Berufung aus der Ordination auch im Ruhestand erhalten bleibt. Lena Stubben, Judith Schäfer, Gesine Schauerte, Andrea Klausmann und Ingo Göldner gaben ihrem geschätzten Kollegen Segensvoten mit auf den Weg. In den Fürbitten kamen noch einmal Dank und Anerkennung und zum Ausdruck. Auch die Lücke, die in der Gemeinde entsteht, wurde angesprochen.
Beim anschließenden Empfang im „Blick.Punkt“ nahm der künftige Ruheständler mit seiner Ehefrau Monika sichtlich bewegt weitere Glückwünsche und Geschenke von ehemaligen Kollegen und Weggefährten, auch aus der katholischen Kirchengemeinde, entgegen. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Essen, das ein engagiertes Team liebevoll vorbereitet hatte.
Bericht: Brigitte Striehn