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Bläsermusik zwischen Choral, Jazz und Pop

Was im Juni witterungsbedingt nicht möglich war, wurde am Sonntag, 13. September 2026, in der gut besuchten Stadtkirche Lengerich zu einem gelungenen Konzertabend. Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Lengerich und das Bläserensemble des Kirchenkreises Tecklenburg holten ihre geplante Bläserserenade nach.

Unter der Leitung von Rebekka Follert und Ursula-Maria Busch präsentierten die Musikerinnen und Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das geistliche und weltliche Musik, modernes Bläserrepertoire und gemeinsames Singen miteinander verband.

Schon mit Reinhold Shelters „Welcome“ wurde deutlich, dass an diesem Abend die stilistische Vielfalt im Mittelpunkt stehen würde. Neben bekannten Chorälen wie „Die güldene Sonne“, „Geh aus meinem Herz und suche Freud“ und „Nun danket alle Gott“ erklangen zeitgenössische Kompositionen von Traugott Fünfgeld, Matthias Nagel, Dieter Wendel und Jens Uhlenhoff. Die vertrauten Melodien wurden dabei in farbigen und rhythmisch differenzierten Bearbeitungen neu beleuchtet.

Besonders reizvoll war der Wechsel zwischen den beiden Bläsergruppen. Unterschiedliche Besetzungen und Klangfarben sorgten für Abwechslung, während auch die musikalische Leitung zwischen Rebekka Follert und Ursula-Maria Busch wechselte. Dieser Wechsel fügte sich selbstverständlich in den Ablauf ein und unterstrich den Charakter des gemeinsamen Konzerts. Beide Ensembles zeigten dabei ein präzises Zusammenspiel und eine große stilistische Bandbreite.

Auch das Publikum wurde immer wieder einbezogen. Die gemeinsam gesungenen Choralstrophen schufen eine Verbindung zwischen Konzert und Gemeindeleben. Die freundlichen und informativen Erläuterungen zu den Werken gaben dem Programm Orientierung und machten zugleich die unterschiedlichen musikalischen Ansätze nachvollziehbar.

Mit Christian Sprengers „Verleih uns Frieden gnädiglich“ erhielt der geistliche Teil des Programms einen ruhigeren, konzentrierten Akzent. Demgegenüber standen Stücke wie Thomas Rieglers „Geh aus mein Herz und suche Freud“ als Sommermarsch oder Matthias Nagels „Bass-Drive“, die mit rhythmischer Energie und unterschiedlichen Klangfarben weitere Facetten moderner Bläsermusik zeigten.

Nach „Nun danket alle Gott“ in der Bearbeitung von Traugott Fünfgeld öffnete sich das Programm deutlich in Richtung weltlicher Musik. Ingo Luis' Bearbeitung aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ brachte Musicalklänge in die Stadtkirche, bevor Richard Roblees „On the Beach at Rota“ jazzige Elemente aufgriff. Den Abschluss bildete „Bella Ciao“ in der Bearbeitung von Dieter Wendel nach Manu Pilas.

Wie stimmig das Zusammenspiel von Musik, Moderation und gemeinsamem Singen empfunden wurde, zeigte auch eine Rückmeldung aus dem Publikum. Eine Zuhörerin beschrieb den Abend als „harmonisch, fröhlich, unkompliziert“ und hob besonders die Teamarbeit, den Wechsel der Bläsergruppen sowie die Balance zwischen geistlicher und weltlicher Literatur hervor. „Ich habe einfach alles sehr genossen“, bekundete sie im Anschluss und verband dies mit dem Wunsch, ein solches Konzertformat bald wieder zu erleben. Die Standing Ovations am Ende des Abends bestätigten eindrucksvoll, wie gut das Konzept bei den Zuhörerinnen und Zuhörern angekommen war. Die Bläserserenade machte deutlich, wie vielseitig Posaunenchorarbeit gestaltet werden kann.

Bericht: R.F.

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