Angekommen in Windhoek wurde zunächst ein bisschen die Stadt erkundet, bevor am Abend das erste gemeinsame Essen, mit Besuch von Cherlon Aises, der Partnerschaftsbeauftragten des Kirchenkreises Otjiwarongo, stattfand.
Über den Spreetshoogte Pass und das kleine Örtchen Solitaire, ging es nach Sesriem. Dort verbrachten wir anderthalb Tage im Namib-Naukluft-Nationalpark. Wir besuchten den Sesriem Canyon, geformt durch den Tsauchab-Fluss, der nach den starken Regenfällen in diesem und letztem Jahr sogar Wasser geführt hat und unternahmen eine Wanderung durch die rote Wüste ins Deadvlei. Manch einem ging ziemlich die Puste beim Anstieg auf die Düne „Big Daddy“, was der Ausblick von oben aber definitiv wert war. Gerade rechtzeitig zum Einbruch eines starken Gewitters befanden wir uns wieder in den Autos. Ein Gewitter ist für das normalerweise trockene Namibia äußerst ungewöhnlich.
Am Ostersonntag sind wir dann über den Kuiseb Pass mit einer phänomenalen Aussicht an die Atlantikküste gefahren. In Walvis Bay suchten wir leider vergebens die erwartete Flamingo-Kolonie, welche sich wohl in dieser Jahreszeit noch in der Etosha rumtrieb. Ein Teil der Gruppe entdeckte dafür einige Pelikane, bevor der heutige Fahrtag mit Swakopmund als Ziel endete.
Während eines kleinen Stadt- und Strandpromenaden-Spaziergangs am nächsten Morgen wurde ein Teil der Gruppe mit einer Walsichtung im Meer beglückt, während der andere Teil sich bereits gen Norden aufgemacht hatte, um die riesige Robbenkolonie am Cape Cross zu besuchen. Anschließend ging es zusammen weiter zum Brandberg, wo wir uns mit einem Guide auf eine Wanderung durch felsige Landschaften zur White Lady begaben. Dabei handelt es sich um eine, in einer Art Höhle befindlichen, Steinmalerei aus vergangenen Zeiten, die u.a. einen Medizinmann zeigt und nicht wie lange angenommen, eine weiße Dame.
Auf einem früh morgendlichen “Elephant Drive”, einer Safari-Tour am Brandberg-Massiv, hat die Gruppe leider nur die Hinterlassenschaften der dort lebenden Wüstenelefanten gesehen, worüber die zurückgebliebenen Ausschläfer sich am Pool köstlich amüsiert haben. Nachmittags stand dann die Fahrt in den Partnerkirchenkreis nach Khorixas an.
In Khorixas erwarteten uns einige Tage voller Partnerschaft, toller Begegnungen und Spaß: Tagsüber arbeiteten wir gemeinsam im Gartenprojekt in der benachbarten Gemeinde Fransfontein. Neben den beiden angestellten Gärtnern und vielen Helfern, die zum Teil von weiter her, wie z.B. aus Outjo anreisten, bekamen wir auch noch gartenbauliche Unterstützung von Peter Stockreiter aus Mettingen.
Wir packten alle ordentlich mit an: Wir entfernten schubkarrenweise Unkraut und Gräser, beseitigten die alte Wasserrinne, retteten Tomatenpflanzen vor dem kleinen Trecker, der extra kam, um das Feld umzupflügen, pflanzten diese am nächsten Tag wieder ein, stabilisierten den Hühnerstall durch das Anschweißen weiterer Streben, montierten Gitter als Schutz vor Schlangen, brachten die Tröpfchenbewässerung auf Vordermann und pflanzten zehn Zitrusbäume. Das Ganze bei hohen Temperaturen von 25 bis 30 °C in der prallen Hitze. Fazit: Der Arbeitseinsatz hat sich sehr gelohnt und hat die Erwartungen deutlich übertroffen.
Jetzt, da die Regenzeit dem Ende zugeht und nicht mehr alles zuwächst, können die beiden Gärtner auch wieder dagegen ankommen. Neue Masthühner werden auch bald einziehen. Nach Feierabend haben wir gemeinsam mit den Partnern tolle Aktionen veranstaltet: Einmal haben wir einen Spieleabend in der Location Church in Khorixas gemacht. Ein Koffer mit gespendeten, gut erhaltenen Spielen lud Jung und Alt zum Spielen ein. So wurden Gruppen gebildet und alle hatten sichtlich Spaß beim Spiele ausprobieren. Der Koffer wurde damit an die Gemeinde übergeben und soll in Zukunft die Gelegenheit für weitere Spieleabende bieten.
Außerdem gab es einen Abend, der ganz im Namen der Damarakultur stand. Eine Band spielte traditionelle Lieder, alle tanzten und sogar wir Deutschen konnten uns nicht mehr auf den Stühlen halten. Dazu wurde ein leckeres Grillbuffet mit u.a. Ziege und Boerewors gezaubert. Ein gelungener Abend, der alle fleißigen Helfer zusammenbrachte.
Durch die Vingerklip-Region ging es weiter nach Outjo. Dort besuchten wir am Sonntag einen Gottesdienst in der /Khom-Tron-Gemeinde mit Pastorin Regina Munjanu. Ein sehr lebendiger Gottesdienst mit wunderbarem Gemeinde-Gesang, einer powervollen Predigt und der Übergabe eines weiteren Spiele-Koffers. Danach trafen wir noch den örtlichen Girls Club.
Der nächste Stopp war obligatorisch und auch ein großes Highlight: Der Etosha-Nationalpark. Es ging los mit einem äußerst abenteuerlichen Game Drive (so nennt man die namibischen Safari-Touren), der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, woran nicht zuletzt ein männlicher Löwe maßgebend beteiligt war. Was für ein Glück, dass wir einen gesehen haben! Da war der Platzregen auf dem Rückweg in dem offenen Buggy auch kein Dämpfer mehr.
Später haben wir die Etosha dann noch in unseren eigenen Autos erkundet und von Giraffen, Elefanten, Schakalen, einem Nashorn, farbenprächtigen Vögeln und Antilopen von klein bis groß, war alles dabei.
Das nächste Ziel der Gruppe war Otjiwarongo. Auf dem Weg dorthin gab es die Gelegenheit den Cheetah Conservation Fund zu besichtigen. Das ist eine Organisation, die Herdenschutzhunde für Vieh zum Schutz von Geparden ausbildet und auch die Heimat einiger Geparden ist, die nicht wieder in die Wildnis entlassen werden können.
In Otjiwarongo angekommen, stand zuerst der Besuch der Guxa-aibes Primary School mit Cherlon, die hauptberuflich Schulleiterin ist, auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine recht neue Grundschule, die sich zurzeit noch im Aufbau befindet. Dort konnten wir uns ein Bild der bereits in Nutzung befindlichen Klassenräume, sowie der bald gefüllten Bibliothek und des naturwissenschaftlichen Labors machen.
Im Anschluss besuchten wir den Girls Club und das Sion Hostel, sowie das Sion Life Coaching Center. Es war ein ereignisreicher Tag mit vielen Begegnungen, der mit einem gemeinsamen Abendessen und ganz viel Lachen endete. Und auch der Stromausfall, der uns den halben Abend im Dunkeln sitzen ließ, konnte nichts daran ändern.
An unserem letzten ganzen Tag in Namibia teilten wir uns auf und besuchten verschiedene historisch geprägte Orte. Der erste Teil brach auf zu einer Wanderung auf den Waterberg, der kleine Bruder des südafrikanischen Tafelbergs, wo sich vor vielen Jahren die deutschen Soldaten und die Hereros gegenüberstanden. Es erinnert ein Soldatenfriedhof an die Kämpfe. So standen prächtige Natur und weite atemberaubende Aussichten mit dem Gedenken an die Vergangenheit gegenüber, die beide Länder miteinander verbindet. Der andere Teil der Gruppe besuchte die Alpha Omega Gemeinde in Omaruru.
Zusammen mit Pastorin Ndilimeke Imbili fuhren sie zum Franke-Turm, der ebenfalls zum Gedenken errichtet wurde. Dort war der Ursprung des am 04.02.1904 begonnenen Herero-Aufstandes gegen die deutschen Kolonialmächte. Beide Orte sind insofern mit kritischem Blick zu betrachten, als dass sie lediglich der gefallenen deutschen Soldaten gedenken und die Hereros, die zu wesentlich höheren Zahlen ums Leben gekommen sind, gar nicht bzw. am Waterberg nur am Rande erwähnt werden.
Auf einen spontanen Besuch bei der örtlichen Feuerwehr, folgte eine Zusammenkunft an der Kirche in Omaruru. Als Partnerschaftsgruppe haben wir zusammen im Rahmen eines Crowd-Funding-Projektes einen Teil der Mauer gespendet, die in Zukunft das Kirchengelände umgeben soll. Unser Mauerstück wurde liebevoll gestaltet, mit unserer Reiseroute und einem schönen Spruch verziert und feierlich der Gemeinde übergeben.
Und somit gingen zweieinhalb abenteuerliche und ereignisreiche Wochen in Namibia zu Ende. Und während manch einer noch vom Löwen in der Etosha träumt oder gedanklich noch bei den schönen partnerschaftlichen Begegnungen verweilt, überlegt der nächste schon, wie er die Solaranlage im Gartenprojekt beim nächsten Besuch aufpäppeln kann…
Haben wir Euer Interesse an der Partnerschaftsarbeit geweckt? Oder ihr möchtet gerne sehen, was sonst noch so passiert?
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Bericht: Kim Schröder