Unsere aktuellen Nachrichten auf einen Blick

Architekturauszeichnung für das evangelische Gemeindehaus Lengerich

Große Freude in der evangelischen Kirchengemeinde Lengerich: Die Kirchengemeinde hatte sich mit dem neuen Gemeindehaus am Kirchplatz zusammen mit dem Münsteraner Architekturbüro hehnpohl, das das Gebäude geplant und dessen Bau umgesetzt hat, beim Bund Deutscher Architektinnen und Architekten für den Architekturpreis Münster-Münsterland beworben.

Insgesamt gingen 55 Bewerbungen ein. Ein Preisgericht, bestehend aus fünf bundesweit renommierten Architekturprofessoren und Fachleuten hat, über die eingegangenen Bewerberbauten beraten und diese teils auch vor Ort besucht. Dem Preisgericht gehörten Architektin Hille Krause aus Hamburg, Kunsthistorikerin Jutta Meyer zu Riemsloh aus Coesfeld, Elina Potratz, Chefredakteurin von “Die Architekt” aus Berlin, Tim Rieniets, Architekt und Professor für Stadt- und Raumentwicklung an der Gottfried Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover und Professor i.R. Rolf-Egon Westerheide, Architekt und Stadtplaner aus Aachen, an. In einer zweitägigen Preisgerichtssitzung kam das Preisgericht zusammen und wählte aus 55 Arbeiten fünf Auszeichnungen und drei Anerkennungen aus.

Das Gemeindehaus an der Stadtkirche Lengerich wurde mit einer Anerkennung geehrt, somit der Anerkennung für die Bauherrin, ein besonders architektonisch wertvolles Gebäude erstellt zu haben. Die Beurteilung des Preisgerichts zum „Gemeindehaus an der Stadtkirche Lengerich“ lautet: „Das Gemeindehaus an der Stadtkirche Lengerich überzeugt als herausragender Beitrag zur Stärkung des historischen Ortskerns und als beispielhaftes Zeichen für eine offene, einladende und zukunftsfähige Gemeindearchitektur. Mit bemerkenswerter Sensibilität reagiert der Neubau auf den denkmalgeschützten Bestand und entwickelt daraus eine eigenständige, prägnante architektonische Haltung.

Im Dialog mit der denkmalgeschützten Stadtkirche entsteht ein öffentlicher Raum, der mit seinen Außenraumqualitäten zum Verweilen und Austausch einlädt. Durch die Ausformulierung der Kubatur fügt sich das Haus mit seiner Silhouette aus verschiedenen Betrachtungsrichtungen maßstäblich hervorragend in das Ortsbild ein.  Die Materialwahl der Reused- Backsteine der Gemeindehausfassaden tritt in den Dialog mit der Stadtkirche. Hier wird deutlich: Zwei Gebäude sind sensibel aufeinander abgestimmt und gehören zusammen.

Die zurückhaltende Ästhetik und eine durchdachte Funktionalität zeigt sich auch im Inneren des Gebäudes.  Offenheit, Flexibilität, Sichtbeziehungen zur Kirche, eine gute Belichtung und eine warme und natürliche Materialauswahl wirken einladend und fördern das Gemeindeleben. Unterschiedlichste Nutzergruppen finden an diesem niedrigschwelligen Begegnungsort Platz für Aufenthalt, vielfältige Aktivitäten und soziale Interaktionen. Das neue Haus am Ortskern ist ein gelungener Beitrag für eine gesellschaftlich lebendige und stadträumlich zukunftsfähige Entwicklung.“

Pfarrerin Sigrid Holtgrave und Baukirchmeister Eckhard Vietmeier, die den Bau des evangelischen Gemeindehauses zusammen mit den Mitgliedern des „Arbeitskreises Neues Gemeindehaus“ Pfarrer Torsten Böhm und den Presbytern Reinhold Lindemann, Ute Miensopust und Ingrid Stöppel maßgeblich begleitet haben, wurden zur Übergabe des Architekturpreises in Stadtgaleriehaus am Münsteraner Rathaus eingeladen. Gemeinsam mit den Inhabern des Architektenbüros Marc Hehn und Christian Pohl nahmen sie die die Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten entgegen. Für die Kirchengemeinde bedeutet diese Würdigung eine große Ehre und Auszeichnung, die dokumentiert, dass ihre Überlegungen und Ideen zur Schaffung eines offenen, einladenden und nachhaltigen Gemeindehauses gesehen werden.

 

Zurück