„Ich kannte und schätzte die Arbeit von Nonhlanhla Mathe. Darum war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht über die künstlerische Qualität des Bildes“, sagt Pastorin i.R. Kerstin Hemker, die als Botschafterin für Brot für die Welt und Präsidiumsmitglied der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft e.V. (DSG) 2019 eine Reise für Frauen nach Simbabwe zur Vorbereitung des Weltgebetstages 2020 organisiert hatte. „Wir müssten Nonhlanhla mit ihren Bildern nach Deutschland einladen“, war der einstimmige Wunsch der Teilnehmerinnen der Fahrt.
In 2023 organisierte die DSG mit dem ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken dann in Süddeutschland und in Ahaus eine große Kunstausstellung mit Nonhlanhla Mathe, die viele Besuchende anlockte. Dank der Unterstützung der DSG, der Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt e.V., Brot für die Welt und dem katholischen Tagungshaus KUBUS kann nun in Rheine eine Ausstellung mit der Künstlerin stattfinden.
„Wir wollten in diesem Jahr die Faire Woche mit ungewöhnlichen Akzenten und neuen Blickwinkeln beginnen. Deshalb starten wir mit der Ausstellung „Amakhosikazi – Women – Frauen“, die Werke der simbabwischen Malerin Nonhlanhla Mathe und Steinskulpturen des bekannten Bildhauers Tutani Mgavazi zeigt“, freuen sich die Organisatoren der Fairen Woche 2026 in Rheine.
Nonhlanhla Mathe, die für zwei Wochen in Rheine sein wird, stellt das Leben von simbabwischen Frauen ins Zentrum ihres Schaffens und zeigt all die Facetten des schönen, des anstrengenden, des kämpferischen Lebens auf. Oft malt sie Frauen, die gemeinsam in einer Gruppe zu den Feldern oder Wasserstellen unterwegs sind. Viele tragen ein Kind auf dem Rücken. „Ich möchte die Idee des ‚Ubuntu‘, des Füreinander Daseins, betonen. Gerade auf dem Land ist das Leben sehr anstrengend für Frauen. Ohne gegenseitige Unterstützung klappt es nicht“, erzählte die Malerin. Dieser Gedanke zeigt sich z.B. im Bild „Laundry at the river“ (Wäsche am Fluss). Die harte Arbeit des Wäschewaschens am Fluss wird in Gemeinschaft etwas kurzweiliger und auch sicherer: Sie erhöht die Sicherheit der Frauen, wenn mehr Augen den Fluss im Blick behalten, um zu sehen, ob sich Krokodile nähern.
Auch die Würde und der Stolz von Frauen werden in den Gemälden von Nonhlanhla Mathe zum Ausdruck gebracht, die in Europa „Nonny“ genannt wird, weil ihr Matabele – Name schwierig auszusprechen ist. Die Gemälde Mathes stehen in einem anregenden Dialog mit den Serpentin- Skulpturen von Tutani Mgavazi, der Würde und Stolz um den Aspekt der Schönheit ergänzt.
Die Technik des „Sadza-Paintings“, die in der Stoffmalerei Maismehl als Trennmittel von Farben einsetzt, nutzt Nonny Mathe und gibt ihren Gemälden eine besondere Lebendigkeit.
Wer die Malerin, das Land Simbabwe und die kreativen Techniken von Nonny Mathe kennen lernen möchte, hat dazu die Möglichkeit bei einem Vortrag im Kubus am Sonntag, den 13. September 26, um 17 Uhr und bei einem Workshop am 19. und 20. September 26 in der Jakobi-Gemeinde Rheine. Ferner sind mehrere Workshops in Schulen mit der Künstlerin geplant.
Zur Eröffnung der Ausstellung, die von Musik des Jazz-Ensembles Jan Steinhausen & Freunde begleitet wird, laden die Veranstaltenden am Freitag, den 11. September 26, um 17 Uhr ins Tagungshaus Kubus in Bentlage ein.
Anmeldung zum Workshop: kahemker@web.de