Unsere aktuellen Nachrichten auf einen Blick

"60 Jahre und kein bisschen leise" - die Kantorei der Ev. Kirchengemeinde Wersen feiert Jubiläum

Es waren bewegende Momente, als in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Wersen die Kantorei mit einem Jubiläumskonzert ihren 60. Geburtstag feierte. Seit 13 Jahren leitet Helen Katja Rothfuss (Sopran) den Chor nicht nur mit ihrer wunderbar warmen Sopranstimme, sondern auch mit ihrem Dirigat.

Dazu hatte Rothfuss noch Alda Luiken (Sopran) und Ingrid Veltmann (Mezzosopran) als weitere Solistinnen eingeladen sowie ein Orchester, das weitgehend aus Streichern bestand. Christian Schauerte (Continuo) begleitete das gesamte Konzert.

Pastorin Jutta Kiquio warb zusätzlich von der Kanzel um die Anerkennung und den Zuspruch der Kantorei. „60 Jahre und kein bisschen leise. Musik entfaltet ihre ganz eigene Wirkung im Fortissimo und auch in den leisen Tönen“, so Kiquio. Geistliche Lieder von John Rutter, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Wolfgang Amadeus Mozart gaben schon einmal einen Vorgeschmack auf die Virtuosität der Kantorei und der ebenfalls virtuosen Begleitung der Instrumentalisten. Das Gloria (RV 589) von Antonio Vivaldi war das Hauptwerk des Jubiläumskonzertes, gefolgt von weiteren Werken von Rutter, Mendelssohn-Bartholdy, Mozart, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

Es waren bewegende musikalische Momente, die das Publikum am Ende mit stehenden Ovationen und begeisterten Zurufen nach Zugaben belohnte. „Im Chor teilt man eigene Gefühle in der Gemeinschaft. Immer Montagabend von 19 bis 21 Uhr probt die Kantorei. Dann begeben sich die Sängerinnen und Sänger in ein kleines leuchtendes Paralleluniversum, wo sie den Alltag abstreifen können“, warb Kiquio am Ende des Konzerts um weitere Mitwirkende.

Im Gemeindehaus wurde weiter gefeiert. André Ost, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, und Philip Middelberg, Bürgermeister von Lotte, waren Zeugen des Konzerts in der Kirche. „Ein dreifaches Wow!!! Das war fantastisch“, zeigte sich Ost immer noch beeindruckt und ergänzte: „Wir müssen auch mit geringer werdenden Mitteln diese Kirchenmusik pflegen. Wir dürfen diesen Bereich nicht kaputtsparen.“ Auch Middelberg, der aus Wersen stammt, zeigte sich tief beeindruckt. Er habe in der Kita in Wersen bereits gesungen und gab spontan eine viel beklatschte Kostprobe ab. „Heute singe ich nur zu Hause mit meinen Kindern. Ich glaube an die Zukunft der Kantorei Wersen. Die kann keine KI ersetzen“, lobte Middelberg.

Die Kantorei wurde am 7. Juni 1966 durch das Ehepaar Ruth und Helmut Schneebeck gegründet. Helmut Schneebeck leitete die Kantorei bis 1996. Am ersten Übungsabend kamen damals 12 Männer und 15 Frauen. Seit 2013 leitet Helen Katja Rothfuss die Kantorei mit rund 55 Mitgliedern. Inge Loske (79 J.) und Marianne Determann (76 J.) gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Beide sind bis heute der Kantorei als aktive Sängerinnen treu geblieben. „Meine Schwester hat mich damals einfach mitgezogen“, gestand Loske schmunzelnd. „Mich hat meine Mutter einfach mitgenommen. Es gab ja auch nicht viel anderes. Bis heute ist es eine erfüllende Freizeitbeschäftigung für mich“, ergänzte Determann.

Für Ihre langjährige Mitgliedschaft in der Kantorei Wersen wurden geehrt: 

Reinhard Fischer (20 Jahre), Ellen Grothaus (50 Jahre), Elsa Brockfeld (55 Jahre),

Inge Loske (60 Jahre, Gründungsmitglied), Marianne Determann (60 Jahre, Gründungsmitglied) und Helga Hackmann (60 Jahre, Gründungsmitglied).

Bericht: Elvira Meisel-Kemper

Zurück