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100 km von Borken nach Tecklenburg: Arche-Wanderung ist am Ziel – Schirmherr André Ost verleiht Wanderzertifikate an 56 Menschen mit und ohne geistige Behinderung

Am 10. Juli erreichte die Wandergruppe - 56 Menschen mit und ohne geistige Behinderung - ihr Ziel bei der Arche-Gemeinschaft in Tecklenburg, erschöpft, aber unglaublich stolz. Fast alle Bewohner/-innen der Arche Tecklenburg waren bei der letzten Etappe dabei, auch Agnes, die mit 84 Jahren die älteste Teilnehmerin war.

„Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ist das, was ich unter Inklusion verstehe“, sagte André Ost, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg und Schirmherr der Arche- Wanderung, bei der Verleihung der Wander-Zertifikate. „Besonders wertvoll ist es, dass die Arche mit ihrem Haus Hofbauerskamp mitten in Tecklenburg liegt. Die Menschen haben Berührung mit der Gemeinschaft.“ 

Vom 4. bis 10. Juli waren insgesamt 78 Menschen auf der Tour von Borken nach Tecklenburg unterwegs - eine mehr als 100 Kilometer lange Strecke. Bei der Spendenwanderung, initiiert von der Arche Deutschland e. V., konnte für jeden Kilometer gespendet werden. In der Summe wurden 2656,3 Kilometer erwandert. Das gesammelte Geld wird der Arche-Gemeinschaft im Haus Hofbauerskamp zugutekommen, um das Haus barrierefrei für die älter werdende Bewohnerschaft einzurichten. 

Ein Top-Kilometer-Sammler ist Jona aus der Arche Tecklenburg, der die ganze Tour mitgemacht hat und 103 Kilometer gelaufen ist. Nah auf liegt Elisabeth, die ebenfalls in der Arche Tecklenburg wohnt, mit 101 Kilometern! Andreas Lubahn, einer der Organisatoren der Wanderung, lobte die Teilnehmenden. „Alle haben sich umeinander gekümmert und nach ihren Möglichkeiten mitgemacht“, sagte er. 

Filiz Aslan, deren Schwester in der Arche Ravensburg wohnt, ist aus Süddeutschland angereist, um mitzugehen. „Ich fühle mich erfüllt“, meinte die 51-Jährige nach der Ankunft, “Unterwegs habe ich so viel von den unterschiedlichen Menschen mit ihren ganz eigenen Persönlichkeiten lernen können.“ Mitwanderer Martin Froeb aus dem Orga-Team erlebte eine friedliche Atmosphäre. ”Selbst Widrigkeiten wie Regen oder Umwege haben alle mit stoischer Heiterkeit getragen. Ich habe eine Form der Spiritualität erlebt: Leben im Augenblick, tun, was gerade wichtig ist. Das können die Bewohner/-innen der Archen und davon habe ich profitiert.“ 

Das Motto der Wanderung lautete „Leben ist Begegnung“. „Wir haben herzliche Gastfreundschaft erfahren von den Gemeinden, bei denen wir übernachten konnten, und auf dem Weg sind immer wieder Menschen auf uns zugekommen“, sagte Corina Sandersfeld, Leiterin der Arche Deutschland. Besonders war in diesem Jahr der Workshop, zu dem die Dachdeckermeisterschule Münster und die Alexianer eingeladen hatten: Unter fachlicher Anleitung durfte die Wandergruppe mit Schiefer arbeiten, eine Leonardo-Brücke bauen und Stoffe bedrucken. Jeden Abend schrieben Teilnehmende den Wander-Blog auf 

www.arche-deutschland.de

Ein Dank der Arche Deutschland geht an das Sanitätshaus Onvio aus Neuenkirchen. Das Unternehmen hat einen Toilettenstuhl, Pflegebetten und einen Lifter zur Verfügung gestellt, damit schwer körperlich beeinträchtigte Mitwandernde in Tecklenburg übernachten konnten. Kurz vor dem Ziel hatte zudem der Ziegenhof „Wurzeln und Hörner“ allen eine Kugel Bioeis spendiert, eine leckere Erfrischung. Die nächste Arche-Wanderung ist für Sommer 2028 geplant. Verantwortlich ist die Arche Deutschland e. V. mit den Arche-Gemeinschaften in Landsberg, Ravensburg und Tecklenburg - den Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne Behinderung, die von ihrem Ursprung her christlich-ökumenisch geprägt sind.

Pressetext: Katrin Wienefeld, Kommunikation Arche Deutschland

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