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„Du hast uns aufgeschlossen für die Partnerschaftsarbeit und die Dimension der weltweiten Kirche“

Lengerich. Pfarrerin Elizabeth von Francois, ökumenische Mitarbeiterin in der Kirchengemeinde Lengerich, wurde jetzt im Rahmen eines Festgottesdienstes in der gut besuchten Ev. Stadtkirche Lengerich aus ihrem Dienst in ihre Heimat Namibia verabschiedet. „Nach sechs Jahren, in denen du dich in der Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis Tecklenburg, der MÖWe und der VEM Wuppertal engagiert hast, verabschieden wir dich mit großem Dank und sind reich an Erfahrungen, die wir mit dir machen konnten“, betonte Superintendent André Ost.

Auch Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller dankte Elisabeth von Francois für ihren Dienst, ihre Treue und Liebe, ihre Gaben und Kräfte. „Du hast eine herzliche, begeisternde Art. Du hast aus Herzen Brücken gebaut, auf vielfältige Weise“, so Möller weiter. Sie sei aus vollem Herzen Pfarrerin. Der Kirchengemeinde gab er den Rat: “Achtet den Dienst von Elizabeth und betet weiter für sie“.

Die Dialogpredigt, gehalten von Elizabeth von Francois und Pfarrer i.R. Günter Struck, spannte den Bogen von der biblischen Geschichte des Kämmerers aus Äthiopien zur Lebenssituation der nun in ihr Heimatland wechselnden Theologin. „Elizabeth, von ihrer Sehnsucht nach neuen Erfahrungen angetrieben, machte sich, wie einst der Kämmerer auf den Weg in ein ihr fremdes Land“ so Günter Struck. Elizabeth von Francois berichtete, dass sie anfänglich große Probleme mit der Sprache und dem Wetter in Deutschland gehabt habe. „Glauben und Gott zu vertrauen, das war unsere Hoffnung für uns als Familie“, berichtet die namibische Pfarrerin. Ihr ganzes Leben lang werde sie nicht vergessen, was die Menschen in der Gemeinde, im Kirchenkreis und der EKvW Gutes für sie getan hätten. Gott hätte schon immer alles vorbereitet. So wie Philippus dem Kämmerer den Glauben vermittelt hat, habe sie von vielen Menschen Unterstützung erfahren. „Ich gehe nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge in meine Heimat zurück“, berichtete sie. Die Not der Frauen in Namibia habe sie so bewegt, dass sie nun plant, in ihrer Heimat ein Frauenhaus einzurichten. In den Gottesdiensten in Deutschland habe ihr die Spontaneität gefehlt. „Ich wünsche mir, auch für Lengerich, in Zukunft fröhliche und gut besuchte Gottesdienste“, machte sie deutlich. Musikalisch gestaltete der Chor „GospelTrain“ unter Leitung von Torsten Böhm den Gottesdienst gefühlvoll und ausdrucksstark. Die Konfi-Kids, die Elizabeth von Francois in ihrer Zeit begleitet hat, sangen ihr zum Abschied das „Lied der Nationen“ in Africaans. Und die ökumenische Austauschpfarrerin sang und tanzte natürlich leidenschaftlich mit.

Bei einer fröhlichen Feier im Anschluss im Martin-Luther-Haus wurde schnell klar, wie beliebt Elizabeth von Francois bei allen Weggefährten war und ist. „Du hast uns aufgeschlossen für die Partnerschaftsarbeit und die Dimension der weltweiten Kirche“ so Superintendent André Ost. „Wir nehmen viel mit. Doch, ob wir das mit der Spontaneität im Gottesdienst zukünftig wirklich hinbekommen, weiß ich nicht“, bemerkte er schmunzelnd. In diesem Zusammenhang dankte Ost besonders der Familie Groppe, dem Namibiakomitee und der Partnerschaftsbeauftragten Annette Salomo für ihre Unterstützung. Zum Abschied schenkte er Elizabeth von Francois im Namen des Kirchenkreises einen handgearbeiteten Engel als Symbol für Gottes Begleitung.

„Gib mir ein hörendes Herz, um zu hören, was Gott von mir will“, heißt es in der Bibel, so Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller. Elizabeth habe ihr Herz zu einem hörenden Herzen gemacht. Dies habe sogar die westfälische Zurückhaltung aufbrechen können. Eines seiner drei Geschenke ist ein Holzkreuz für seelsorgliche Begegnungen in den Extremen des Lebens. Es wurde aus Planken der Boote hergestellt, die auf Lampedusa strandeten.

Angelika Veddeler von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal, sagte in ihrem Grußwort anerkennend: „Du hast einen besonderen Blick auf die Frauenarbeit und hast reflektiert, wie könnte das in Namibia gehen?“ Elizabeth von Francois habe allen deutlich gemacht, dass Ökumene da geschehe, wo wir sind, wo täglicher Austausch stattfinde. Sie übermittelte Grüße von Pfarrer Volker Martin Dally, dem Generalsekretärs der VEM.  

Bürgermeister Wilhelm Möhrke meinte in seinem Grußwort für die Stadt Lengerich: „Migration ist nicht einfach, doch wenn alle aufeinander zugehen, dann klappt es“. Annette Salomo und Dirk Schoppmeier waren gerade von einer Delegationsreise in den Partnerkirchenkreis Otjiwarongo (Namibia) zurückgekehrt, Sie berichteten eindrucksvoll von ihren Begegnungen, den begeisternd lebendigen Gottesdiensten, aber auch den sozial und wirtschaftlich schwierigen Lebensbedingungen vor Ort. Mit vielen weiteren Grußworten, deutschen und namibischen Liedern, plattdeutschen Geschichten von Gerda Zirbes und einer Aufführung der Volkstanzgruppe des Heimatvereins Lengerich klang die Feier bei einem Kuchenbuffet und guten Gesprächen aus.

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