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Seit 60 Jahren ein Ort der Orientierung und Wegweisung - Festgottesdienst zum Jubiläum der Johanneskirche Lengerich

Das 60-jährige Jubiläum der Johanneskirche Lengerich wurde am 30. Oktober 2022 mit einem Festgottesdienst gebührend gefeiert. Pfarrer Torsten Böhm stellte die Liturgie unter das Leitwort „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben“.

Er warf einen dankbaren Blick zurück auf den Einsatz so vieler Gemeindeglieder für den vorläufigen Erhalt der Kirche und sprach mit allen Anwesenden den 119. Psalm. Reinhard Jöllenbeck hatte mit dem Chor anspruchsvolle Stücke einstudiert, die er dirigierte und am Klavier begleitete. Zudem übernahm er den Orgelpart. Zu Beginn erklang das Lied „Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht“ aus dem Oratorium „Dietrich Bonhoeffer“ von Dieter Stork und Matthias Nagel.

Die Lesung der Verse aus dem Markusevangelium über die Segnung der Kinder übernahm Lektorin Bärbel Haar. Der Predigttext am 20. Sonntag nach Trinitatis stammte aus dem Alten Testament. Im achten Kapitel des Hoheliedes wird die ungeheure Kraft der Liebe beschrieben, ihre Leidenschaft, Unwiderstehlichkeit und Überzeugungskraft. Was die Verse mit dem Jubiläum der Johanneskirche zu tun haben, erläuterte André Ost, Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg. „Beim Stichwort Liebe fällt mir ein, dass auch diese Kirche nur aus Liebe geboren sein kann, sonst hätten sich Anfang der 1960er Jahre nicht so viele Menschen für ihren Bau an dieser Stelle stark gemacht“, stellte er fest. Es war das damalige Konzept, Kirchen und Gemeindehäuser nahe bei den Menschen zu errichten. „Auch diese Kirche ist entstanden, weil sie gebraucht wurde“, so Ost. Sie diente vielen Generationen als Ort für christliche Gemeinschaft, für Fröhlichkeit und Trauer. Sie wurde vertrauter Bezugspunkt in allen wichtigen Lebensphasen.

Dass sich dies im Laufe der Jahre änderte, hänge unter anderem mit schwindender Kirchlichkeit in der Gesellschaft zusammen, so Ost. Dass es in der Stadtfeldmark und in Wechte gelang, die Kirchen nach drohender Schließung doch als Zentrum des Gemeindelebens zu erhalten, sei dem enormen ehrenamtlichen Engagement der örtlichen Trägervereine zu verdanken. Deren Arbeit sei zu einem Vorbild und zu einer Ermutigung geworden für weitere Initiativen dieser Art. Seit 60 Jahren sei die Johanneskirche nunmehr Ort der Orientierung und Wegweisung und sie werde es solange bleiben, wie die Menschen überzeugt davon sind, dass die Liebe stärker ist als der Tod, betonte der Superintendent in seiner Festpredigt.

In den Fürbitten blickte Silke Buddenkuhl, die Vorsitzende des Trägervereins, noch einmal in die Vergangenheit. André Ost sah in dem Gebäude ein Haus der Verheißung, für Träume und Momente des Friedens. Der Chor verabschiedete sich mit dem Choral „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und einer Bearbeitung des Songs „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg. In seinem Grußwort berichtete Pfarrer i. R. Ernst-Ulrich Stegemeier über seine Tätigkeit in der Johanneskirche von 1973 bis 2006. „Ich hatte viel Freude und durfte auch Fehler machen“, erklärte er.

Finanzkirchmeisterin Ute Miensopust gratulierte im Namen der Kirchengemeinde Lengerich zum Jubiläum. „Kirchen sind gebaute Heimat und Orientierungspunkt“, betonte Bürgermeister Wilhelm Möhrke. Sie hätten einen eigenen Nutzen, der nicht in Geld zu bemessen sei. Menschen kämen dort zusammen, um gemeinsam zu essen, zu singen und christliche Werte zu leben. Das Ringen um Anerkennung bei jungen Leuten war Johannes Helweg-Löllmann, dem Vorsitzenden des Trägervereins der Bodelschwingh-Kirche in Wechte, wichtig. Nach dem Gottesdienst waren die zahlreichen Besucher noch zu einem Imbiss und guten Gesprächen in die Gemeinderäume der Johanneskirche eingeladen.

Text: Brigitte Striehn

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