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Kreissynode Tecklenburg tagt am 14. Juni online

Die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg wird am Montag, 14. Juni 2021, coronabedingt als Video-Konferenz stattfinden. Auf der Agenda stehen der Bericht von Superintendent André Ost, ein Sachstandsbericht über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft „Sexualisierte Gewalt“, das Thema „Interprofessionelle Pastoralteams als Personalkonzept der Zukunft“ mit anschließenden Gesprächsgruppen sowie die Vorstellung einer neuen Kirchenkreis-App.

Darüber hinaus liegen der Synode zwei Anträge des Ausschusses für Weltverantwortung zum Lieferkettengesetz und zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor. 

Die Synode beginnt um 9.00 Uhr mit einer Andacht mit Pfarrerin Judith Schäfer, Ibbenbüren-Laggenbeck. Die 90 Synodalen tagen voraussichtlich bis ca. 16.00 Uhr.

Sachstandsbericht über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft „Sexualisierte Gewalt im Kirchenkreis“ - Umfassende Bewusstseinsbildung und fachliche Handlungssicherheit sind entscheidend

Kirchengemeinden sollten Orte sein, an denen Menschen ermutigende und stärkende Erfahrungen machen können. Es geht darum, Beziehungen im verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz zu gestalten. Sexualisierte Gewalt in allen Formen – von Grenzverletzungen bis hin zu schweren Straftaten – bewirkt jedoch das genaue Gegenteil. Um dies zu verhindern, hatte die Sommersynode des Kirchenkreises Tecklenburg 2018 den Anstoß zur Erarbeitung eines Schutzkonzeptes gegen sexualisierte Gewalt gegeben.

Im Januar 2018 nahm die AG Sexualisierte Gewalt ihre Arbeit auf. Vielfältige Kompetenzen der Teilnehmenden aus Kirche und Diakonie fließen in die Arbeit ein. Den Vorsitz der AG hat Pfarrerin Dr. Britta Jüngst, die als Krankenhausseelsorgerin im Klinikum Rheine arbeitet. Sie stellte der Kreissynode am 1. Juli 2019 Bausteine für ein kreiskirchliches Schutzkonzept vor. Damit verständigten sich die Synodalen u.a. auf eine Selbst-verpflichtungserklärung, in der es heißt: „Der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg setzt sich für einen wirksamen Schutz vor allen Formen von Gewalt, auch vor Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, ein und wirkt auf Aufklärung und Hilfe zur Unterstützung Betroffener hin.“ Am 1. Januar 2020 nahm Ingrid Klammann ihren Dienst als „Multiplikatorin“ auf und ist damit im Kirchenkreis zuständig für Präventionsschulungen nach dem EKD-weiten Konzept „hinschauen – helfen – handeln“.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hat im November 2020 nach einem umfangreichen Stellungnahmeverfahren das Kirchengesetz gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Mittlerweile ist dazu auch eine Ausführungsverordnung erlassen worden. Beide gesetzliche Grundlagen verpflichten sämtliche kirchlichen Körperschaften und Einrichtungen der EKvW, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die AG Sexualisierte Gewalt im Kirchenkreis Tecklenburg wird der Kreissynode den aktuellen Sachstand in Bezug auf die Bearbeitung des Themas im Kirchenkreis präsentieren. Konkret werden die Beteiligten darlegen, wie mit den Themen Schutzkonzepte, Präventionsschulungen, Führungszeugnisse und Selbstverpflichtungs-Erklärungen umzugehen ist.

Neue Kirchenkreis-App soll Vernetzung intensivieren

Der Kirchenkreis Tecklenburg startet im Juni 2021 mit einer neuen Kirchenkreis-App. Die Zielsetzung ist eine intensivere, lebendige Kommunikation zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und allen weiteren Interessierten. Die App informiert über Neuigkeiten im Kirchenkreis, Veranstaltungen und freie Stellen. Sie bietet die Möglichkeit, App-Unter-Gruppen zu bilden und sich in diesen auszutauschen, zu informieren und Beiträge zu teilen. Die App wird seit März 2021 in den Gruppen der Ev. Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit der Ev. Jugendbildungsstätte Tecklenburg getestet. Die Haupt- und Ehrenamtlichen aus der Jugendarbeit nutzen die App nicht nur, um Infos zu posten, sondern auch, um sich in geschlossenen Gruppen zu treffen. Sie sind von den Vorteilen der App überzeugt. Über Push up-Nachrichten werden alle eingeloggten App-Nutzerinnen – und -nutzer zeitnah über aktuelle Entwicklungen informiert.

Interprofessionelle Pastoralteams als Personalkonzept der Zukunft

Die Synodalen werden sich intensiv mit dem Thema „Interprofessionelle Pastoralteams als Personalkonzept der Zukunft“ (IPT) befassen. Das IPT gilt in der Evangelischen Kirche von Westfalen als das Personalkonzept der Zukunft. Nach einer Erprobungsphase in 17 Teams aus verschiedenen westfälischen Kirchenkreisen mit anschließender Evaluation soll das Konzept jetzt in den Regelbetrieb überführt werden. Damit soll der ab 2028 bevorstehende Engpass im Pfarrdienst rechtzeitig durch die Einbeziehung anderer kirchlicher Berufsgruppen kompensiert werden. Das ITP-Konzept basiert u.a. auf folgenden Grundsätzen:

  • Pfarrdienst ist für ein Interprofessionelles Pastoralteam verbindlich. Daneben gibt es weitere Stellen aus dem Bereich Gemeindepädagogik, Verwaltung, Kirchenmusik.
  • ITPs können sich auf eine Kirchengemeinde oder eine Region beziehen.
  • Eine ITP-Stelle hat mind. 50 % Dienstumfang.
  • Eine ITP-Vollzeitstelle wird für 3.000 Gemeindeglieder gerechnet.
  • Eine volle Pfarrstelle soll die Zuständigkeit für 5.000 Gemeindeglieder nicht überschreiten (in der Perspektive der Jahre ab 2030).
  • Die Konzepterarbeitung und Besetzung der Interprofessionellen Pastoralteams sollen durch den Kreissynodalvorstand erfolgen. Pfarrstellenbesetzungen geschehen weiterhin im üblichen Rahmen durch Gemeindewahl.

Antrag des Ausschusses für Weltverantwortung: Entwurf für ein Lieferkettengesetz ist erster Schritt

Der Ausschuss für Weltverantwortung stellt einen Antrag zum Kabinettsentwurf der Bundesregierung für ein Lieferkettengesetz. Im Antrag heißt es „Dies ist ein erster Schritt zur Regelung und Abschaffung der ungerechten Bedingungen bei der Lieferung von Produkten“. Aus Sicht des Ausschusses sollte das Gesetz jedoch nicht in dieser Form verabschiedet werden, weil es hinter internationale Standards zurückfalle. Der Ausschuss plädiert für ein starkes Lieferkettengesetz, das entlang der gesamten Lieferkette präventiv wirkt und die Rechte von Betroffenen, insbesondere auch Kindern, stärkt. Der vorliegende Kabinetts-Entwurf verlange von Unternehmen lediglich, dass sie zunächst das Risiko bei ihrem direkten Zulieferer analysieren. Dies reiche nicht aus. Denn, so der Ausschuss „viele schwere Menschenrechtsverletzungen ereignen sich am Beginn der Lieferketten, z.B. auf Plantagen oder im Rohstoffabbau. Unternehmen müssen verpflichtet werden, hier präventiv zu handeln – und nicht erst, wenn schon etwas passiert ist“. Andernfalls, so der Ausschuss im Antrag weiter, untergrabe das Lieferkettengesetz internationale Standards wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und sende ein fatales Signal nach Europa.

Verantwortung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit

In einem weiteren Antrag des Ausschusses für Weltverantwortung werden Kirchen-gemeinden und Einrichtungen der Synode des Kirchenkreises Tecklenburg aufgefordert, in den kommenden Jahren konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit umzusetzen.

Der Ausschuss regt an, in der Finanzplanung der Synode bis 2025 einen Klimaschutzfonds mit einem Volumen von mindestens 750.000 € einzurichten (etwa 10 € je Gemeindemitglied). Für die Umsetzung sind Handlungskonzepte mit messbaren Zielen als Kriterien zu erstellen, die Basis für die Bewilligung von Geldern sein sollen. Die Kirchengemeinden und Einrichtungen werden gebeten, Strategien zu entwickeln und Maßnahmen einzuleiten, damit die westfälische Landeskirche bis 2040 klimaneutral wird. Schwerpunkte sollen in den Bereichen Gebäudemanagement, Mobilität und Artenvielfalt, nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen liegen. Außerdem werden die Kirchengemeinden aufgefordert, auf Grundlage des Synodenbeschlusses vom 4. Juli 2018 die öko-faire Beschaffung sowie Projekte und Aktivitäten für eine Wirtschaft im Dienst des Lebens verlässlich weiter auszubauen und zu stärken. Der Ausschuss appelliert an Kirchengemeinden und Einrichtungen, sich in den kommunalen Steuerungsgruppen für fairen und nachhaltigen Handel zu beteiligen und die Zusammenarbeit mit Klimaschutzmanagern in den Kommunen zu fördern.

 

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