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Corona macht erfinderisch - Jugendreferentin Annika Kipp (Region Süd, Jugendbüro Lienen) berichtet aus ihrem Alltag

Nach einer ersten Schockstarre ging eigentlich alles ganz schnell: Das Büro wurde endlich einmal gründlich aufgeräumt, ein neuer Laptop eingerichtet, liegengebliebene Berichte und Dokumentationen wurden getippt. Resturlaub und Überstunden wurden abgebaut. Und dann mussten kreative Ideen entwickelt werden, um mit Jugendlichen, Eltern und Großeltern in Kontakt zu treten.

Konfis werden per Handymessenger informiert

Ein Handymessenger musste herhalten, um die Konfirmandinnen des Jahrgangs 20 / 21 zu erreichen. Die vorher nur sporadisch genutzte App diente zum Austausch über die Corona-Situation und zum Verteilen von kleinen Projekten, die, natürlich unter Einhaltung der Vorschriften, erledigt werden konnten. Bereits laufende Projekte wurden genutzt, um schnell etwas zu starten.

Jubilare bekommen Segenskarte und Mundschutz per Post oder Boten

Die Theologin Margot Käßmann hatte zum „Balkonsingen“ aufgerufen, die Konfirmandinnen bekamen hier z. B. den Auftrag, das Lied einmal auszudrucken und an jemanden zu ver-teilen, der keinen Zugang zum Internet hat und nichts von dem Aufruf mitbekommen hat. Fleißig wurden Mundschutze für den eigenen Bedarf genäht, bis die Konfirmandinnen selber auf die Idee kamen, einen Mundschutz für jemand anderen zu nähen. Einige Jubilare der Kirchengemeinde, die in dieser Zeit keinen Besuch vom Besucherkreis bekommen konnten, wurden mit einer Segenskarte und einem Mundschutz per Post oder Boten überrascht. Viele Danksagungen erreichten das Jugendbüro per Mail. Am Gründonnerstag wurden die Konfirmandinnen von den Teamern mit einem „Abendmahl to go“ überrascht. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Christa Schmidt-Robben, die uns bei allen Aktionen unterstützt hat.

Teamerinnen und Konfirmandinnen halfen mit, die „Familybags“ zu packen. Es war für alle eine merkwürdige Aktion, im Saal des Gemeindehauses Lienen an weit voneinander entfernten Tischen zu arbeiten. Aber immerhin konnte man sich so sehen. Die Teamerinnen planten ein „Abstandsprogramm“ für Kinder in den ersten drei Wochen der Sommerferien. 

„Lernen wir aus dieser Coronakrise, wie wertvoll gemeinsam verbrachte Zeit ist“

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen braucht einfach zwingend den persönlichen Kontakt miteinander, das stellt uns Jugendreferentinnen in dieser Zeit vor einen hohen, sensiblen organisatorischen Aufwand. Natürlich ist es einfach, hier ein paar Spiele auszuleihen oder kleinere ferngesteuerte Projekte zu initiieren. Aber nun auf lange Zeit Projekte zu entwickeln, bei denen wir uns, unter Einhaltung aller Regeln, treffen können, gute Gespräche führen können und auch noch ein wenig Spaß haben, ist eine Herausforderung. Aber, alles Jammern hilft uns da nicht weiter, lernen wir aus dieser Coronakrise, wie wertvoll gemeinsam verbrachte Zeit und vor allem, wie wertvoll der persönliche Kontakt ist.

 

Text: Annika Kipp

Jugendreferentin Region Süd, Jugendbüro Lienen

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