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Begegnung und Austausch mit ökumenischen Gästen - Bischof Sageus Kheib und Delegation aus Nias zu Besuch im Kirchenkreis Tecklenburg

Auf Einladung des Namibia-Partnerschaftskomitees war jetzt Sageus Kheib, der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN), und eine Delegation mit Pfarrer Tuhoni Telaumbanua und Pfarrerin Dorkas Daeli der Protestantischen Christlichen Kirche von Nias (BNKP) zu Gast im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg. Hintergrund des Besuchs war deren Teilnahme an der 10. Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), die vom 22.-30. September in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKVW) stattfand.

Der Ev. Kirchenkreis Tecklenburg pflegt seit 40 Jahren gemeinsam mit dem Kirchenkreis Wesel aus der rheinischen Landeskirche eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Otjiwarongo der ELCRN. Bei dem Treffen in der Superintendentur in Tecklenburg hatten Superintendent André Ost und die Mitglieder des Partnerschaftskomitees Gelegenheit, den vor zwei Jahren gewählten Bischof der namibischen Partnerkirche sowie die beiden Delegierten aus Nias (Indonesien) persönlich kennenzulernen. “Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind und sind gespannt auf den Austausch mit Ihnen“, begrüßte Superintendent André Ost die Besucher. „Unsere Gäste fühlen sich sehr wohl hier im Tecklenburger Land“, berichtete Annette Salomo, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. Sie wurde erst kürzlich von der Vollversammlung zur Vizemoderatorin der VEM gewählt. Und Bischof Kheib betonte: “Ich bin sehr froh, hier zu sein, und danke Gott für die Gemeinschaft“.

André Ost nutzte die Gelegenheit, um den Gästen den Kirchenkreis vorzustellen. Als Beispiele für den kreiskirchlichen Arbeitsschwerpunkt der gesellschaftlichen Verantwortung nannte er neben der intensiven Partnerschaftsarbeit die Unterstützung für Geflüchtete und die Umweltarbeit der Johannesgemeinde in Rheine. Erfreulich sei auch die gute ökumenische Zusammenarbeit im Kirchenkreis. Im Gespräch tauschten sich die Beteiligten unter anderem über die diakonische Arbeit am Beispiel des Themas Pflege und der Kindertagesstätten aus. „Die Partnerschaft lebt durch Begegnung und Austausch. Wir wachsen schon jetzt gemeinsam“, so Pfarrer Dr. Jean-Gottfried-Mutombo, Regionalbeauftragter des Amtes für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (MÖWe) in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Im Oktober wird eine Delegation des Begegungsprojekts „This is me“ zum Gegenbesuch nach Namibia reisen. Die Gruppe aus Namibia war vor der Coronaphase in Deutschland. Ziel des Projekts sind der Austausch und die Begegnung zwischen Menschen, die aus unterschiedlichen Lebenssituationen kommen, sich aber im Glauben und im Engagement für eine nachhaltige und gerechtere Welt eng verbunden fühlen.

Die Delegation aus Nias hatte besonderes Interesse an einem Besuch der Kirchengemeinde Ladbergen. Der gebürtige Ladberger Missionar Heinrich Sundermann hatte seiner Heimatgemeinde Ende des 19. Jahrhunderts eine Muschel aus Nias gestiftet. Er war von 1875 – 1910 als Missionar der Rheinischen Missionsgesellschaft auf der Insel Nias (ehemals Niederländisch-Indien, heute Indonesien) tätig. Diese Muschel wird noch heute als Taufschale genutzt. Am Erntedanksonntag wirkten die Gäste aktiv am Gottesdienst in Ladbergen mit: Pfarrer Tuhoni Telaumbanua, ehemals Bischof der BNKP, hielt die Predigt. Er ist derzeit Assessor in der BNKP und arbeitet im Sundermann-Kolleg in Nias. Er informierte im Gespräch mit dem Superintendenten darüber, dass allein 16 westfälische Missionare in Nias gewirkt hätten. Pfarrerin Dorkas Daeli sprach im Gottesdienst das Fürbittengebet. Sie war bis vor kurzem Generalsekretärin der BNKP. Pfarrerin Dörthe Philipps aus Ladbergen berichtete, beide hätten Frank Sundermann, einen Verwandten des Missionars, besucht und sich intensiv ausgetauscht. Bis heute wird dem Missionar Heinrich Sundermann eine besondere Verehrung auf Nias zuteil, weil er die Sprache der Bevölkerung umfangreich erforscht und die Bibel ins Niassische übersetzt hat. 

Den Abschluss des Besuchsprogramms bildete eine Führung durch die Ledder Werkstätten. Die Ledder Werkstätten, größte diakonische Einrichtung in der Region, beschäftigen rund 1.200 Menschen mit geistigen, psychischen und Mehrfach-Behinderungen. An 18 Standorten sind die Ledder Werkstätten im Bereich Wohnen, Arbeiten und Freizeit präsent. Am 3. Oktober hatten die Gäste an einer Führung durch die Salinenanlage bei Kloster Bentlage in Rheine teilgenommen.

Eine Bildstrecke zum Besuch der ökumenischen Gäste finden Sie hier:

www.kirchenkreis-tecklenburg.de/presseportal/bildstrecken/

 

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