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25. Abend der Diakonie auf Haus Marck: Das Subsidiaritätsprinzip als Grundlage unserer sozialstaatlichen Ordnung

Am 21. September veranstalteten die Diakonie WesT e.V. und der Ev. Kirchenkreis Tecklenburg zum 25. Mal den „Abend der Diakonie“ auf Haus Marck in Tecklenburg. Referentin war in diesem Jahr Kirsten Schwenke, juristische Vorständin der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

In einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde wurde die Relevanz des Subsidiaritätsprinzips für Staat und Zivilgesellschaft erörtert und diskutiert. Mit dem „Abend der Diakonie“ will die Diakonie die Verbindungen zu Partnern in Kirche und Politik sowie zu Interessierten pflegen. Viel Wert wird dabei zudem auf das an den Vortrag anschließende Zusammensein und den gemeinsamen Austausch gelegt. 

Nach einem Grußwort des Landrates Dr. Martin Sommer und Superintendent André Ost begann der Vortrag von Kirsten Schwenke: Nach dem Subsidiaritätsprinzip soll eine (staatliche) Aufgabe soweit wie möglich von der unteren Ebene, sprich dem Individuum, der Familie oder der Gemeinde wahrgenommen werden. (Höhere) staatliche Institutionen sollten nur dann regulativ eingreifen, wenn die Möglichkeiten des Einzelnen, einer kleineren Gruppe oder niedrigeren Hierarchie-Ebene allein nicht ausreichen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Der Staat vergibt dabei die sozialen Aufgaben an freie Träger.

„Das Subsidiaritätsprinzip ist eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit unserer Diakonie“, betonte Superintendent André Ost während seiner Einführung in das Thema. Daraus folgend übernehmen diakonische Einrichtungen und andere Träger der freien Wohlfahrtspflege gesellschaftliche Aufgaben, die allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen sollen. Gleichzeitig sichert der Staat durch das Prinzip eine Angebotsvielfalt und Wahlfreiheit für seine Bürgerinnen und Bürger. Insbesondere nach den Erfahrungen des Dritten Reiches wollte man verhindern, dass der Staat zentralistisch für alle gesellschaftlichen Aufgaben zuständig ist. Vielmehr sollten möglichst viele und breit aufgestellte gesellschaftliche Gruppen zum Wohl der Gesellschaft tätig werden.

Nach einer an den Vortrag anschließenden Diskussionsrunde und einem Abendgebet wurden die Gäste, bestehend aus Mitarbeitenden und Mitgliedern der Diakonie, den Superintendenten der Kirchenkreise Tecklenburg und Steinfurt und dem Landrat des Kreises Steinfurt, Dr. Sommer, zu Getränken und Gesprächen in den Rittersaal auf Haus Marck eingeladen. Am Kamin des geschichtsträchtigen Ortes der Geburtsstätte von Friederich von Bodelschwingh fand der Abend bei angeregten Gesprächen seinen Ausklang.  

Text: Pia Nimz, Diakonie WesT

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